Freuen sich mit ihren selbstgebastelten Gespenstern über das offizielle Schild als Mehrgenerationenhaus. Familienhort

Freuen sich mit ihren selbstgebastelten Gespenstern über das offizielle Schild als Mehrgenerationenhaus. Familienhort

Nienburg 08.11.2017 Von Die Harke

Gelungenes Miteinander der Kulturen

Nienburgs Mehrgenerationenhaus schaut stolz auf das erste Jahr im Bundesprogramm

Mit dem offiziellen Schild des Bundesministeriums ist der Familienhort in der Alpheide auch ganz amtlichen als das Nienburger Mehrgenerationenhaus zu erkennen. „Wir haben das Logo auf unserem großen Schild am Haus, aber diese offizielle Kennzeichnung ist schon noch etwas Besonderes“, freut sich [DATENBANK=3933]Barbara Weissenborn[/DATENBANK] vom [DATENBANK=3339]Sprotte-Verein[/DATENBANK]. Nach einem aufregenden ersten Jahr mit vielen Veränderungen im und um das kleine Haus am Dürerring schaut der Sprotte-Verein mit Stolz auf das Erreichte.

Im Team aus engagierten Mitarbeitern und tollen Ehrenamtlichen sei es gelungen, tatsächlich mindestens drei Angebote pro Tag anzubieten, den wichtigen „Offenen Treff“ einzurichten, Kulturen und Generationen miteinander zu verbinden und mit Blick auf das Quartierskonzept Kooperationen aufzubauen und Gruppen einzuladen, das Haus in der übrigen Zeit selbstorgansiert zu nutzen, so Weissenborn. Kinder-Familien- und Seniorenangebote wechseln sich mit Treffs und Gruppen wie dem Shanty-Chor und der Gitarrengruppe ab. „Wir hatten jede Woche im Durchschnitt 192 Nutzerinnen und Nutzer aus allen Generationen zu Gast in Haus und Garten, die 60 Mittagessenkinder der Schule gar nicht mitgerechnet. Und erst am Freitag konnten wir mit vielen Familien und Älteren ein tolles Lichterfest vor dem Haus feiern“, betont [DATENBANK=1591]Tamara Ritter[/DATENBANK], Vorsitzende des Sprotte-Vereins.

Die Anforderungen, die der Bund an „seine“ Häuser stellt, sind beachtlich, und mit der Aufnahme in das Programm hatte sich der Sprotte-Verein als Träger dazu verpflichtet, gemäß den Vorgaben zu arbeiten. „Man sollte meinen, dass das für einen Träger wie den Sprotte-Verein nur eine kleine Herausforderung ist, aber im Begegnungszentrum der Lehmwandlung gestalten wir das Konzept nach den Bedarfen, die wir in unserem Umfeld analysieren und den allgemeingültigen Verpflichtungen, die wir aus der Gemeinwesenarbeit ableiten“, so Ritter. Im Bundesprogramm gelten vor allem die Vorgaben des Programms und das definiert Mehrgenerationenhäuser als Begegnungsorte, an denen das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. Sie bieten Raum für gemeinsame Aktivitäten und schaffen ein nachbarschaftliches Miteinander in der Kommune. Mehrgenerationenhäuser stehen allen Menschen offen – unabhängig von Alter oder Herkunft.

Jede und jeder ist willkommen. Der generationenübergreifende Ansatz gibt den Häusern ihren Namen und ist Alleinstellungsmerkmal: Jüngere helfen Älteren und umgekehrt. Darüber hinaus bilden die Schwerpunkte zur Integration, Generationengerechtigkeit, Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf und Inklusion den Gradmesser der regelmäßigen Evaluation aus dem Programm. „Wir werden von gleich fünf Instituten, Behörden und Ministerien durchleuchtet, befragt, evaluiert und kontrolliert “, lacht Weissenborn. „Der Aufwand ist unglaublich, und wir werden den Besuch unseres heimischen Bundestagsabgeordneten [DATENBANK=12]Maik Beermann[/DATENBANK] im Dezember dazu nutzen, besonders das mal kritisch anzusprechen.“

Sogar freies WLAN gibt es inzwischen im Familienhort, allerdings bleibt in der erfolgreiche Arbeit die Tatsache ein Wermutstropfen, dass der Eingangsbereich des Hauses noch nicht so gestaltet werden konnte, wie er sein sollte. „Es ist leider immer noch so, dass wir in der Umsetzung der UN-Charta zur Inklusion in unserer Bewertung Minuspunkte haben. Das Haus verfügt nicht über ein wirklich behindertengerechtes WC und auch der Eingang für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ist nur „über die Hintertür möglich“, erklärt Weissenborn. Mit einem Antrag an das Investitionspaket hatte der Sprotte-Verein versucht, Mittel für den barrierefreien Umbau zu generieren, damit alle Menschen durch den gleichen Eingang ins Haus kommen können. Allerdings musste der Antrag über die Kommune erfolgen und im Juni gab es heftige Differenzen und nur mäßige Unterstützung durch den Bürgermeister für das Anliegen. Jetzt stellt die Stadt erneut einen Antrag, um das „Zuhause in der Alpheide“-Projekt voranzubringen.

„Darin kommen wir leider mit den Bedarfen des MGH nicht mehr vor“, bedauert Ritter. Im kommenden Jahr wird der Verein deshalb wieder über einen Antrag an „Aktion Mensch“ versuchen müssen, das Geld für die Umgestaltung des Eingangs zu generieren. „Mit diesen Fördermittel und zusätzlichen Spenden konnten wir bereits 2016 den gesamten Zuweg umgestalten und so die Öffnung ins Quartier deutlich verbessern. Wenn wir den intergenerativen Ansatz des Programmes ernst nehmen, dann sollten wir auch ernsthaft ältere Menschen mit ihren Einschränkungen im Auge haben, Familien mit Kinderwagen und Kindern, die noch nicht so sicher auf den Beinen sind und Menschen, die tatsächlich aufgrund einer Behinderung von Teilhabe ausgeschlossen werden.“

In das vielfältige Programm des Mehrgenerationenhauses haben Inklusion, Integration und gute Nachbarschaft uneingeschränkt Zugang. „Unserer Kollegin Angelika Guss, der guten Seele des Familienhort, ist es gelungen schon ganz viele unterschiedliche Menschen in den Angeboten zusammenzubringen und gemeinsam mit den Ehrenamtlichen und Kooperationspartner in jedem Monat tolle Angebote zu schaffen, um die gute Idee vom Mehrgenerationenhaus zu verbreiten. Empathie und Herzenswärme, das ist, was am Ende zählt und Menschen zusammenbringt“, betont Weissenborn. „Wir fühlen uns dem Leitsatz des Programmes verpflichtet: Wir leben Zukunft vor! Und das ist manchmal mühsam.“

Alle Informationen gibt es im [DATENBANK=1241]familienhORT[/DATENBANK] am Dürerring 28 in Nienburg, Telefon (0 50 21) 6 00 08 08 oder im Internet unter www.das-sprotte.de.

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Erstellt:
8. November 2017, 21:00 Uhr
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