Der Ilex ist der Baum des Jahres. Er wächst auch im Landkreis Nienburg. Foto: Landesforsten

Der Ilex ist der Baum des Jahres. Er wächst auch im Landkreis Nienburg. Foto: Landesforsten

Landkreis 06.01.2021 Von Die Harke

Gemeine Stechpalme ist Baum des Jahres

Grüne Überlebenskünstlerin: Auch in Wäldern des Landkreises Nienburg heimisch

Die Gemeine Stechpalme, auch Ilex oder Hülse genannt, wurde zum Baum des Jahres 2021 gekürt. Auch in den Wäldern des Forstamtes Nienburg gibt es zahlreiche Vorkommen der Stechpalme.

Man muss schon etwas genauer hinschauen, um die stachelige dauergrüne Art in den Wäldern zu entdecken. Am ehesten trifft man sie in feuchten, nicht zu schattigen Laubwäldern, also in Eichenbeständen, heißt es in einer Pressemitteilung der Niedersächsischen Landesforsten. Trockener Kiefernwald auf Sandboden sagt dagegen der Art, die maritimes Klima besonders liebt, gar nicht zu.

Ein ausgedehntes Vorkommen von Ilex aquifolium hat Revierförster Uwe Niedergesäss im Staffhorster Sundern ausgemacht. „Dort steht ein regelrechter Ilex-Wald unter Eichen. Neben der sonst überwiegenden Strauchform kann man hier auch erkennen, wie der Ilex baumförmig in die Höhe strebt und durchaus acht bis zehn Meter Wuchshöhe erreicht“, sagt Niedergesäss.

Aus diesem Grunde werden die Niedersächsischen Landesforsten den Staffhorster Ilexwald als einen von 18 Themenpunkten auf dem Erdmann-Radweg ausweisen, der mit seinen gut 70 Kilometer Länge im Frühjahr oder im Frühsommer eröffnet werden soll.

Als wintergrüne Art mit den markanten roten Beeren belebt der Ilex im Winter die heimischen kahlen Laubwälder und entfaltet mit seiner stacheligen Blattform seine ganz eigene Ästhetik. Jörg Brüning von der Revierförsterei Linsburg kann sich vorstellen, auch in Gärten vermehrt heimischen Ilex zu pflanzen. So könne die Stechpalme in Gärten nichtheimisches Dauergrün sinnvoll ersetzen.

Ilex ist unter Bäumen im Garten ein grüner Blickfang, der mit seiner Blüte und den Früchten zur Artenvielfalt beiträgt – und im Schutz der Stachelblätter kann manch ein Heckenbrüter seine Jungen aufziehen. Jörg Brüning, Revierförsterei

„Ilex ist unter Bäumen im Garten ein grüner Blickfang, der im Gegensatz zu nichtheimischen Arten mit seiner Blüte und den Früchten zur Artenvielfalt beiträgt, und im Schutz der Stachelblätter kann manch ein Heckenbrüter seine Jungen aufziehen“, findet Brüning.

Zudem vertrage die langsam wachsende Stechpalme einen Rückschnitt problemlos und lasse sich daher im Garten gut im Zaum halten.

Die Stechpalme hat sich vor etwa zwei Millionen Jahren entwickelt und ist in ganz Europa und darüber hinaus verbreitet. Dabei hält sie sich besonders gut in Regionen, wo das Klima vom Meer beeinflusst wird oder in Bergregionen, die nicht zu heiß und nicht zu trocken sind.

Sie bevorzugt feuchten Laubwald und breitet sich laut dem Kuratorium „Baum des Jahres“ in den letzten Jahrzehnten nach Skandinavien und in Osteuropa aus – eine Folge des Klimawandels. Ilex aquifolium – so der botanische Name – ist ein Anpassungskünstler. Die stacheligen Blätter, die gegen Fressfeinde schützen sollen, werden in größerer Wuchshöhe wieder glattrandig.

Dort wo Verbiss nicht mehr stattfindet, wird also die wertvolle Wuchsenergie anders verwendet als für die wehrhaften Stacheln. Faszinierend ist auch die Fähigkeit, die lebensnotwendige Fotosynthese über die ganzjährig grünen Blätter bereits bei Temperaturen ab Null Grad starten zu können. Zum Vergleich: Gras beginnt ab etwa sechs Grad zu wachsen. Damit sichern der Strauch oder der kleine Baum sein Überleben im sonst schattigen Laubwald.

Zu beachten ist beim Ilex, dass es weibliche und männliche Pflanzen gibt, also nur die weiblichen Exemplare die roten Beeren tragen. Da die Art früher als Weihnachtsschmuck beliebt war und dadurch gefährdet wurde, steht sie unter Artenschutz.

Mehr zur Gemeinen Stechpalme gibt es im Internet unter www.baum-des-jahres.de

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Erstellt:
6. Januar 2021, 16:57 Uhr
Lesedauer:
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