Marnie Kronshage, Katharina, Maja, Malin mit und ohne Down-Syndrom. Foto: Lebenshilfe

Marnie Kronshage, Katharina, Maja, Malin mit und ohne Down-Syndrom. Foto: Lebenshilfe

Nienburg 22.03.2020 Von Die Harke

Gemeinsam lernt es sich am besten

Mit Down-Syndrom oder ohne: Wie sich in der Kita „Löwenzahn“ Förderung und Spielen ergänzen

Mit Down-Syndrom oder ohne: gemeinsam lernt’s sich am besten: Katharina und Maja zeigen, wie gut sich in der Kita „Löwenzahn“ der Lebenshilfe Nienburg gGmbH gezielte Förderung und spielerisches Lernen ergänzen.

Bei Menschen mit Down-Syndrom ist das 21. Chromosom dreifach vorhanden. Um für sie, die Hintergründe ihrer Einschränkungen, aber auch ihre Chancen zu sensibilisieren, hat die Weltgesundheitsorganisation den 21. März zum Welt-Downsyndrom-Tag erklärt. In Nienburg besuchen Katharina (2) und Maja (5) wie viele andere Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen auch die Kita „Löwenzahn“ der Lebenshilfe Nienburg gGmbH. Die Trisomie 21 ist bei ihnen unterschiedlich ausgeprägt, doch Maja und Katharina machen beide große Fortschritte.

Situation für Menschen mit Down-Syndrom hat sich gewandelt

Noch vor wenigen Jahrzehnten galten Menschen mit Down-Syndrom pauschal als schwerst behindert. Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben wurden ihnen kaum eingeräumt; entsprechend dürftig war es um die Fördermöglichkeiten bestellt.

Längst hat sich die Situation gewandelt. Die Lebenshilfe Nienburg gGmbH hat umfassende Erfahrung in der Arbeit mit und für Kinder mit Down-Syndrom. Marnie Kronshage, Leiterin der Kita „Löwenzahn“: „Man kann bei kleinen Kindern mit Trisomie 21 noch nicht eindeutig sagen, wie ihr weiterer Lebensweg aussehen wird. Das kann durchaus über die Regelschule bis zur Eingliederung im ersten Arbeitsmarkt reichen. Auf jeden Fall aber lassen sich durch die richtige Förderung große Fortschritte erzielen.“

Maja ging bis vor einem Jahr in die heilpädagogische Kleingruppe. Inzwischen ist die Fünfjährige in die Integrationsgruppe gewechselt. Die besteht aus 18 Kindern, davon vier mit besonderem Förderbedarf. „Dieser Wechsel wäre nicht möglich, wenn sich Maja nicht prima entwickeln würde“, freut sich Marnie Kronshage. Auch dem unbedarften Besucher fällt die positive Veränderung der Kleinen auf: Vor einem Jahr konnte sie kaum allein stehen; inzwischen läuft sie schon durch die Kita um ihre Neugierde zu stillen.

Miteinander immens wichtig für Entwicklung

Dieses Miteinander der Kinder, betont Marnie Kronshage, sei für ihre Entwicklung generell immens wichtig. „Kinder lernen vor allem am Modell. Sie orientieren sich an anderen Kindern und versuchen das, was ein anderes Kind macht, nachzuahmen.“

Je eher ein Kind mit Down-Syndrom adäquat gefördert werde und je mehr Kontakt es zu anderen Kindern habe, desto besser, sagt die Einrichtungsleiterin. Bestes Beispiel ist Katharina: Sie ist zwei Jahre alt und kam bereits im vergangenen Sommer in die Kita. Die Kleine ist neugierig und freundlich, will überall dabei sein. Sie entwickelt sich rasant. Marnie Kronshage: „Katharina ist ein Zwilling. Sie hat das Down-Syndrom, ihre Schwester Johanna nicht. Aber beide gehen bei uns in die selbe Gruppe und beide sind natürlich auch zuhause zusammen und lernen ständig voneinander.“

Zusätzlich bekommen Maja und Katharina im „Löwenzahn“ auch Krankengymnastik und Sprachtherapie. Eine große Entlastung für die Eltern, die früher weite Wege – etwa mehrmals die Woche nach Hannover – in Kauf nehmen mussten. Den Kindern fällt die Therapie in den bekannten Räumlichkeiten leichter. Außerdem können sie durchaus Freund oder Freundin mitnehmen, was wiederum – Stichwort Lernen am Modell - die Therapie erleichtert.

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Erstellt:
22. März 2020, 17:50 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

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