Die angehende Notfallsanitäterin Nadine Fomferra erhält ihre Covid-19-Impfung im Drakenburger Impfzentrum. Foto: ASB/Eickhoff

Die angehende Notfallsanitäterin Nadine Fomferra erhält ihre Covid-19-Impfung im Drakenburger Impfzentrum. Foto: ASB/Eickhoff

Drakenburg 07.01.2021 Von Die Harke

Gemischte Gefühle vor dem Pieks

ASB: Im noch geschlossenen Impfenzentrum Drakenburg werden Mitarbeiter der Rettungsdienste geimpft

Wenn man die ehemalige Grundschule am Weserweg in Drakenburg betritt, hat man nach Mitteilung des ASB-Kreisverbands das Gefühl in ein Krankenhaus zu kommen: eine Anmeldung hinter Glas, Fiebermessung am Eingang, Personal in OP- und Rettungsdienst-Kleidung, in den Klassenräumen Behelfs-Behandlungskabinen aus mobilen Wänden und Vorhängen.

Hier hat der Landkreis Nienburg im Dezember das regionale Impfzentrum eingerichtet. Nach ist es nicht für die Bevölkerung geöffnet. Aber es wurden nach ASB-Angaben bereits Mitarbeiter der mobilen Impfteams der örtlichen Hilfsorganisationen ASB, DRK, DLRG und Johanniter-Unfallhilfe geimpft.

Nadine Fomferra ist Auszubildende zur Notfallsanitäterin im dritten Lehrjahr beim ASB und gemeinsam mit ihren Kollegen Miriam Eickhoff und Kai Thies für die sanitätsdienstliche Absicherung des Impfzentrums zuständig.

Genau wie für viele ihrer Kollegen sei es auch für sie eine Selbstverständlichkeit, aktiv im Kampf gegen die Corona-Pandemie mitzuarbeiten. Dafür nehme sie Sonderschichten, regelmäßige Schnelltests und Sanitätsdienste in Kauf.

„Nach den bisherigen Erfahrungen wissen wir, dass die Nebenwirkungen der Impfung gegen Covid-19 zumeist eher harmlos in Form von Schmerzen im Impfarm auftreten“, erklärt ASB-Verbandsärztin Sylvia Finkelmann, die ebenfalls als Impfpatientin gekommen sei. Es sei verständlich, dass die Menschen verunsichert sind, meint sie.

Aber sie möchte auch Mut machen: „In Deutschland erfolgt die Zulassung eines Impfstoffes nur dann, wenn alle Phasen eines klinischen Studienprogramms durchgeführt wurden und das war auch für dieses beschleunigte Zulassungsverfahren bindend“.

Sicherheitshalber seien in allen Impfzentren und auch in den mobilen Teams immer Rettungsdienstler und qualifizierte Ärzte dabei. Einen Grund zum Eingreifen habe es im Landkreis Nienburg bisher noch nicht gegeben.

Kurz vor Feierabend im Impfzentrum erhielt dann auch Nadine Fomferra ihre erste Spritze. Die gemischten Gefühle habe man ihr angesehen. „Eigentlich wollte ich mich nicht impfen lassen“, erzählt sie. Es sei der innere Kampf zwischen der Vernunft, der Angst vor Nebenwirkungen und der Unsicherheit, meint sie und beschreibt damit die gemischten Gefühle, die wohl viele Menschen bewegten. Jetzt habe sie sich für eine Impfung entschieden.

20 Minuten später verließ sie etwas erleichterter den Wartebereich: „Jetzt habe ich die erste Impfung hinter mir.“ Nebenwirkungen hätten sich nicht eingestellt. Sie wisse, dass es wichtig ist, dass sich möglichst viele Bürger impfen lassen, damit der Virus beherrschbar wird, und sei froh, dass sie diesen Schritt gemacht habe, teilt der ASB abschließend mit.

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Erstellt:
7. Januar 2021, 18:33 Uhr
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