Referent Dr. Rainer Ebel aus Bünde. Alte Synagoge Petershagen

Referent Dr. Rainer Ebel aus Bünde. Alte Synagoge Petershagen

Petershagen 22.11.2016 Von Die Harke

Geologischer Schatz im Vortrag

Der Porta-Sandstein und seine Bedeutung

Der Porta-Sandstein, die Großfamilie Michelsohn und ihre Bedeutung für den Abbau des Sandsteins im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert sind Thema eines medialen Vortrags von Dr. Rainer Ebel (Bünde), den dieser am Donnerstag, 24. November, von 19 Uhr an im [DATENBANK=642]Alten Amtsgericht Petershagen[/DATENBANK] halten wird. Veranstalter ist der Verein „Arbeitsgemeinschaft Alte Synagoge Petershagen“. Der Eintritt ist frei. Seit mehr als 1.000 Jahren ist der Abbau von Porta-Sandstein zu beiden Seiten der Porta-Westfalica nachweisbar. Anfang der 1950er-Jahre hat die Geschichte vom Abbau dieses für die Region Minden-Lübbecke bedeutenden Sandsteins in einem Steinbruch bei Nettelstedt (Stadt Lübbecke) ihr Ende gefunden. Das Wissen um diesen geologischen „Schatz“ ist allerdings zunehmend in Vergessenheit geraten.

1864 beschreibt der Reiseschriftsteller J.G. Kohl aus Bremen als echter Romantiker seine Eindrücke und seine Erlebnisse, die er bei seinen Besuchen in den Steinbrüchen am Jakobs- und am Wittekindsberg gewonnen hat. Gleichzeitig beklagt er aber das fehlende Interesse der Bevölkerung an diesem Sandsteinvorkommen: „Schade ist es, dass sich niemand die Mühe gegeben hat, die Geschichte dieser Steinbrüche unseres Wesertores zu erforschen und zu schreiben“.

Mittlerweile hat sich das Blatt etwas gewendet. Seit dem Jahre 2005 ist der Referent den Spuren dieses wertvollen Sandsteins nachgegangen und hat eine umfangreiche Dokumentation zu dieser Recherche zusammengetragen. Von dieser Abbaugeschichte und den Erkundungen in der engeren Heimat und den Fahrten entlang der Weser bis hoch zur Nordsee handelt der Vortrag. Die vielfältigen Möglichkeiten der Verwendung – entsprechend den drei großen Bauphasen – werden zur Sprache gebracht.

Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert besaß die Firma M. Michelsohn und Co. die alleinigen Abbaurechte für diesen begehrten Baustein. Drei Mitglieder der über mehrere Generationen in Hausberge nachweisbaren jüdischen Familie Michelsohn haben sich intensiv mit dem Sandsteinabbau befasst. Zahlreiche Grabsteine auf dem unter Denkmalschutz stehenden jüdischen Friedhof in Hausberge zeugen von der Geschichte dieser Großfamilie.

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Erstellt:
22. November 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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