Stolzenau 10.03.2018 Von Nikias Schmidetzki

Geringes Selbstwertgefühl macht Sorge

Daten von „Communities that care“ aus der Samtgemeinde Mittelweser vorgestellt

In einigen Bereichen bessere Daten, in anderen sieht es schlechter aus als in anderen Regionen. Jetzt hat [DATENBANK=1505]Peter Karaskiewicz[/DATENBANK], Koordinator für „Communities that care“ (CTC) beim Landkreis Nienburg, Ergebnisse für die Samtgemeinde Mittelweser vorgestellt. Eine Umfrage unter Schülern haben die Verantwortlichen für das Projekt dafür ausgewertet. Darauf zugeschnittene Angebote sollen durch diese Daten entstehen können. „Gemeinschaften, die sich kümmern“ heißt „Communities that care“ übersetzt. 1990 in den USA entwickelt kam es nach Jahren auch nach Deutschland, zunächst nach Niedersachsen. Der Landkreis Nienburg gehörte zu den ersten Regionen. „Wir sind inzwischen ein bisschen Vorzeigeprojekt geworden“, sagt Karaskiewicz. In mehrere Gebiete ist der Landkreis für die Erhebungen und Maßnahmen unterteilt.

Speziell in der Samtgemeinde Mittelweser, die seit 2013 Teil des übergeordneten CTC-Programms ist, wollen die Akteure nun noch konkreter arbeiten. Dazu gehört auch, eigenständig ohne Steyerberg zu agieren, da die Ergebnisse beider Kommunen sehr unterschiedlich seien, erklärte Claus Harmening von der Samtgemeinde.

Was sind denn nun besondere Punkte für den Bereich der Samtgemeinde Mittelweser?

Karaskiewicz fasst zusammen:

  • Alkohol: Trotz vermehrt kritischer Haltung zu Alkohol bei Eltern und Freunden (Rückgang dieser beiden Risikofaktoren unter den Wert des ländlichen Raums im Landkreis) ist deutlich häufiger ein früher Einstieg in den Alkoholkonsum zu verzeichnen. Es gibt einen überdurchschnittlich hohen Anteil (57 Prozent) im Vergleich zum ländlichen Raum (55 Prozent) und deutlich mehr als im Landesmittel (40 Prozent) und relativ viele Konsumenten und häufigen Konsum von Mischgetränken.
  • Sozialverhalten: insgesamt gibt es in der Samtgemeinde leicht bessere Werte als im ländlichen Raum des Landkreises, dabei aber eine leicht zunehmende zustimmende Haltung von Eltern zu antisozialem Verhalten und zunehmende Verbreitung im Freundeskreis von problematischem Verhalten. Auf relativ niedrigem Niveau ist zudem eine Zunahme von sexueller Gewalt in der Partnerschaft bei gleichzeitigem Rückgang von körperlicher und verbaler Gewalt in der Partnerschaft und bei relativ positiven Werten bei Mobbing zu verzeichnen.
  • Persönlichkeit: Ein hoher Anteil an Schülerinnen und Schülern leidet unter fehlendem Selbstwert – zwischen 30 und über 40 Prozent. Sie liegen alle über den Durchschnittswerten des ländlichen Raums und des Landes. Die Unterpunkte sind „Mein Leben ist wertlos“, „Ich tauge nichts“, „Ich bin ein Versager“ und „Ich fühle mich meistens traurig und deprimiert“. Der Wert zur letzten Aussage hat sich deutlich verbessert, ist aber trotzdem weiterhin überdurchschnittlich hoch. Leicht überdurchschnittlich viele haben geringe Toleranz, wobei sich die Werte um die Zehn-Prozent-Marke bewegen, und überdurchschnittlich hoch sind sie in den Bereichen „Es gibt nur eine Wahrheit“, „Abnormes Verhalten finde ich nicht gut“, „Andere Denkweisen nehme ich nicht an“. Das „Äußere Erscheinungsbild der Mehrheit anpassen zu müssen“ erwarten in der Samtgemeinde dagegen weniger Schülerinnen und Schüler als im übrigen ländlichen Raum des Landkreises.
  • Schutzfaktoren: Bei einer insgesamt positiven Entwicklung der Schutzfaktoren gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten bei den sozialen Kompetenzen, der Wertschätzung innerhalb der Familie und den Mitwirkungsmöglichkeiten in der Nachbarschaft.

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Erstellt:
10. März 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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