Zweimal im Jahr lädt der Heidekreis zur Deichschau ein, bei der Sicherheit und Stabilität des Bauwerks geprüft werden. Kreisverband für Wasserwirtschaft

Zweimal im Jahr lädt der Heidekreis zur Deichschau ein, bei der Sicherheit und Stabilität des Bauwerks geprüft werden. Kreisverband für Wasserwirtschaft

Landkreis 08.05.2017 Von Die Harke

Gerissene Schafe waren Thema bei Deichschau

Indizien sprechen für einen Wolf / DNA-Analyse soll Gewissheit bringen

[DATENBANK=4554]Schäfer Stefan Rose[/DATENBANK] und seine Tiere haben über Nacht unliebsame Medienpräsenz erlangt: Mindestens 16 Schafe wurden gerissen, sieben Tiere sind verschwunden, hinzu kommen 26 stressbedingte Totgeburten – dahinter steckt, so wird vermutet, 54722. Die nächtlichen Attacken waren auch Thema bei der Deichschau, in die der Kreisverband für Wasserwirtschaft eingebunden ist, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Vor zwei Jahren haben die Stadt Neustadt und die Gemeinde Gilten einen 7,5 Kilometer langen Deich fertiggestellt, der Gebiete in Rethem, Stöcken, Frankenfeld, Ahlden, Grethem, Gilten, Nienhagen, Norddrebber, Suderbruch, Lichtenhorst, Rodewald und Stöckendrebber vor Hochwasser der Leine schützen soll. Den Unterhalt des Deiches hat der eigens gegründete Deichverband Leinetal übernommen. Der wiederum beauftragte den Kreisverband für Wasserwirtschaft mit der Betriebs- und Geschäftsführung.

Zweimal im Jahr lädt der Landkreis Heidekreis zur Deichschau ein, bei der Vertreter des Deichverbandes, des Kreisverbands für Wasserwirtschaft und Thomas Bochinski als zuständiger Fachmann des Landkreises Heidekreis Sicherheit und Stabilität des Bauwerks überprüfen.

Dieses Mal war auch Schäfer Stefan Rose mit von der Partie. Denn seine Tiere spielen beim Unterhalt des Deiches eine große Rolle. Deichverbands-Vorsteher Heiner Beermann und Hermann Morische, Abteilungsleiter Gewässerunterhaltung beim Kreisverband für Wasserwirtschaft: „Die Schafe sorgen mit Tritt und Biss für den Erhalt einer stabilen und gesunden Grasnarbe, verfestigen den Deich und treten Wühlmausgänge zu. Sie verhindern den Aufwuchs von Bäumen und Büschen und düngen gleichzeitig den Boden.“ Die Deichpflege mit Schafen sei effektiver und deutlich günstiger, als sie es mit Maschinen wäre.

Derzeit ist aber fraglich, ob die vierbeinigen „Rasen-Mäher“ weiter auf dem Deich bleiben. Das Wolfsbüro des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat Schäfer Rose Material für einen höheren Zaun gestellt. „Das Problem ist aber – neben dem erheblich höheren Zeitaufwand beim täglichen Auf- und Abbau des Zauns – dass man am Deich eben nicht einfach so einen sicheren Zaun bauen kann“, sagt Stefan Rose.

Gefälle und Senken, Durchlässe, Schotterboden und Asphalt machen die Installation eines sicheren Zauns zumindest schwierig. Und wer immer die Schafe nachts heimgesucht hat – dumm ist der Übeltäter nicht, glaubt der Schäfer. „Wenn eine Stelle nicht direkt am Boden abschließt oder nicht hoch genug ist, geht er da durch.“

Ob „er“ wirklich ein Wolf oder vielleicht doch ein Hund ist, werden die Ergebnisse der DNA-Analyse zeigen. War es ein Wolf, bekommt Stefan Rose den Schaden ersetzt. Aber selbst dann: „Das ist kein schöner Anblick. Die Tiere tun mir leid.“ Alternativen zum Schutz seiner Schafe sieht der Fachmann nicht: „Maulesel verteidigen sich selbst. Und Herdenschutzhunde können auch Menschen gefährlich werden, wenn sich jemand ,ihren‘ Schafen nähert.“

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Erstellt:
8. Mai 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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