05.05.2013

Geschichte, Kultur, Anekdoten

Helen Haacke aus Balge führt deutsche Gästegruppen durch Groningen

von Jan-Henry Wanink

Groningen. Blau, weiß, rot und ganz viel orange. Das sind die Farben, die in Groningen in diesen Tagen das Straßenbild prägten. Die Universitäts- und Hansestadt schmückte sich wie das ganze Land für den Krönungstag am 30. April, als Königin Beatrix ihren Thron für Willem-Alexander räumte.

Helen, was hat dich zum Studium nach Groningen geführt?

Was fällt dir als Deutsche an den Niederländern besonders auf?

Jetzt bist du studentische Stadtführerin. Was ist denn dein Geheimtipp in Groningen? Was hat es aber mit dem Königshaus eigentlich auf sich? Sind die Oranier nicht eigentlich deutscher Adelsimport? Und was halten die Niederländer nun von ihrem neuen König und seiner schönen Maxima? Für solche Fragen ist ein Stadtrundgang in Groningen mit Helen Haacke ideal. Denn wer sich von der Weser in den Norden der Niederlande aufmacht, kann die Hansestadt mit der gebürtigen Balgerin als Stadtführerin entdecken. So erfährt man aus erster Hand, wie es um das Lebensgefühl der Niederländer bestellt ist.

Gemeinsam mit zwölf anderen Studenten aus Deutschland hat Helen den Winter über Groningen gebüffelt. Geschichte, Kultur, Anekdoten – zu fast allen Sehenswürdigkeiten in der Stadt kann sie nun etwas erzählen.

Vor wenigen Wochen bestand Helen, die an der Fachhochschule Hanze den Studiengang „International Business & Management“ belegt, erfolgreich die Prüfung des vom örtlichen Tourismusbüro durchgeführten Lehrgangs. Jetzt kann es mit ihr durch Groningen gehen.

Helen führt den Besucher durch die gut erhaltene Altstadt, die vor allem aufgrund der zahlreichen mittelalterlichen Stifte bekannt ist. Besonders beeindruckend ist der Gang durch die Folkingestraat, dem Zentrum des ehemaligen jüdischen Lebens. Aber auch die 1614 gegründete Universität, urige Cafés und appetitanregende Läden finden sich auf der Wegstrecke.

Und wer nachbohrt, erfährt interessante Details über die niederländische Alltagskultur, an die sich auch die gut 5000 deutschen Studenten in Groningen gewöhnen müssen. Kulturelle Unterschiede wie Essensgewohnheiten, Begrüßungsküsse und erstaunliche Mietpreise. Und so hat man am Ende einer Führung mit Helen nicht nur viel über Groningen erfahren, sondern auch einen interessanten Einblick in das Leben eines deutschen Niederländers gewonnen.

Fragen zu ihrer Person beantwortet Helen in einem kleinen Interview:

Mit meinen Eltern war ich bereits öfter hier, da Groningen von Nienburg aus ganz gut erreichbar ist. Mir gefielen die Stadt und die Uni einfach. Außerdem kann man sich hier ein Studium ganz gut finanzieren. Ich habe mir ziemlich schnell einen Nebenjob gesucht, denn wenn man als Nicht-Niederländer 32 Stunden im Monat hier arbeitet, kann man das niederländische Bafög bekommen.

Dass die Holländer so herrlich entspannt sind. Wenn in Deutschland jemand sagt, er sei völlig pleite und müsse in den Knast, dann ist sofort „Holland in Not“. Hier sagt man: „Komt wel goed“ - das wird schon wieder gut. Und dass die Niederländer sehr offenherzig sind. Wenn man zum Beispiel unpassend angezogen ist, bekommt man schnell das recht direkt, aber auch freundlich gesagt.

Für mich ist das einfach der Grote Markt, der zentrale Marktplatz mit dem Martiniturm. Hier kennt und trifft man sich, hier ist mit dem Drie-Gezusters die größte Kneipe Europas zu finden.

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Erstellt:
5. Mai 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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