Ludwig Heinrich Christian
Kirchhoff 1904 in Amerika. Gemeindearchiv Steyerberg

Ludwig Heinrich Christian Kirchhoff 1904 in Amerika. Gemeindearchiv Steyerberg

Steyerberg 28.09.2019 Von Die Harke

Geschichte eines Auswanderers

Von Steyerberg in die Vereinigten Staaten: Ludwig Heinrich Christian Kirchhoff brach 1848 auf zu neuen Ufern

Zur Familiengeschichte von Ludwig Heinrich Christian Kirchhoff hat Steyerbergs Gemeindearchivar Günter Deigmüller recherchiert. Er schreibt: „Die Ursachen, die Menschen auf die Flucht treiben, sind seit urdenklichen Zeiten immer die gleichen: Krieg, Arbeitslosigkeit, Hunger und Aussichtslosigkeit. Die Vorboten der deutschen Revolution von 1848/49 waren schwere Missernten 1846 mit darauf folgenden Hungersnöten in fast allen deutschen Regionen. Arbeiter, Handwerker und Landarbeiter verarmten. Nach 1848/49 gab es eine beispiellose Flucht- oder Auswanderungswelle, vor allem in die USA. Die deutschen Auswanderer, die infolge der Märzrevolution ins Land kamen, nannte man dort „The Forty-Eighters“ („Die Achtundvierziger“).

Einer dieser Auswanderer war Ludwig Heinrich Christian Kirchhoff. Er wurde am 2. Februar 1814 in Estorf als Kind von Heinrich Kirchhoff und Margarethe, geborene Kranz geboren. Als sechstes und letztes Kind war er in der Erbfolge chancenlos und musste sich als Dienstknecht in Stolzenau verdingen. Am 22. März 1840 heiratete er in Steyerberg Sophie Marie Büsching. Ihr gemeinsames Kind Friedrich Kirchhoff wurde geboren, doch bereits am 2. März 1841 verstarb Sophie Marie Büsching. Fünf Jahre später, am 23. August 1846, heiratete Ludwig Heinrich Kirchhoff die jüngere Schwester seiner verstorbenen ersten Frau, Sophie Dorothee Charlotte Büsching. Am 7. Dezember 1847 wurde diesem Paar in Steyerberg die Tochter Charlotte Wilhelmine Dorothee geboren.

Aus wirtschaftlichen Gründen beschloss Ludwig Heinrich Christian Kirchhoff 1848, seine Heimat zu verlassen und nach Amerika auszuwandern, zunächst ohne seine Frau und die beiden Kinder. Er erreichte die Neue Welt in New Orleans, um dann in St. Louis und Lafayette County Fuß zu fassen. 1853 ging es Ludwig Heinrich bereits so gut, dass er nach Steyerberg zurückkam, um seine Familie zu holen. Lafayette County, Lexington und Page City waren Stationen, bevor er eine Farm, die spätere Kirchhoff-Farm, südwestlich von St. John kaufte. Im Laufe der Jahre wurden dem Ehepaar weitere sechs Kinder geboren.

Als Ludwig Heinrich Christian Kirchhoff am 23. April 1904 mit 90 Jahren in der Nähe von Concordia im Hause seines Sohnes Georg Kirchhoff starb, hatte er bereits seine beiden Ehefrauen und eine Tochter, Sophia, überlebt. Er hinterließ sieben Kinder, 50 Großkinder und 13 Groß-Großkinder. 84814.“

Lesen Sie dazu auch: 84814

Zum Artikel

Erstellt:
28. September 2019, 11:17 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.