Nienburg 12.03.2017 Von Die Harke

Gesinnungsblasen in sozialen Netzwerken

Mittel der „Scharfmacher“ sei die Sprache – erläutert Referent Andreas Speit

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus berichtete Andreas Speit, Sozialökonom und Journalist, in Nienburg unter dem Titel „Bürgerliche Scharfmacher“ über seine Recherchen zu Deutschlands neuer rechter Mitte – von [DATENBANK=3046]AfD[/DATENBANK] bis [DATENBANK=3236]Pegida[/DATENBANK]. „Die Bundesrepublik hat sich verändert“, sagte Speit, „die neuen Rechten kommen nicht aus dem Nichts oder vom Rand, sie kommen aus der Mitte der Gesellschaft.“ Vereinigungen wie die „Identitäre Bewegung“ mit völkischem Nationalismus, die auch hin und wieder in Nienburg durch Aufkleber wahrgenommen werde, der „Sturmvogel“, einem Organ einer rechtsextremen Jugendorganisation, dem Magazin „Compact“ um Jürgen Elsässer, der [DATENBANK=506]Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen[/DATENBANK], der auch genau wie die niedersächsische „Die Rechte“ in der Kreisstadt auftraten, die „Junge Freiheit“ und weitere rechte Gruppierungen sowie die AfD hätten eine kollektive Identität, führte der Referent auf.

Weiter heißt es in einer Pressemitteilung zu dieser Veranstaltung: „Was hat sich geändert, dass sich inzwischen in ganz Europa die Chancen für rechtspopulistische Bewegungen und Parteien erhöht haben? Heute komme die fortschreitende soziale Spaltung, die instabilen Wirtschaftsentwicklungen und auch die starke Flüchtlings- und Migrationsbewegung dem Rechtspopulismus entgegen", so Speit.

Das Mittel der „Scharfmacher“ sei die Sprache. Aus einem geheimen Strategiepapier der AfD ginge klar die Aufforderung hervor, „politisch inkorrekte Sprache“ zielgerichtet zu verwenden, um damit auch strategisch die negative Reaktion des politischen Gegners zu provozieren. Je häufiger bestimmte Begriffe im öffentlichen Raum auftauchen würden, umso mehr prägten sie sich ein. „Auch in den sozialen Netzen würden durch Algorithmen ,Gesinnungsblasen‘ erzeugt, die den Eindruck erweckten, dass die eigene Meinung die einer Mehrheit sei und man sich dadurch bestärkt sieht.

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Erstellt:
12. März 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 49sec

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