Gerd Kertzinger bei seinem Vortrag. Landfrauenverein

Gerd Kertzinger bei seinem Vortrag. Landfrauenverein

Grafschaft Hoya 21.02.2017 Von Die Harke

„Gesundes Misstrauen beleidigt niemanden“

Kontaktbeamter der Polizei gab Landfrauen Tipps zum Umgang mit Trickbetrügern

„Die Angst, Opfer von Kriminalität und Gewalt zu werden, ist bei Senioren besonders stark vertreten. Dass es sich dabei nur um ein Vorurteil handelt, versicherte [DATENBANK=2864]Gerd Kertzinger[/DATENBANK], Polizeikontaktbeamter der Stadt Nienburg den rund 100 Landfrauen bei seinem Vortrag ,Sicherheitstipps (nicht nur) für Senioren‘, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Kertzinger habe die Meinung vertreten, dass dieser Eindruck durch die mediale Berichterstattung geschürt werde, die sich reißerisch dieser Themen annehme. Tatsächlich seien Seniorinnen und Senioren laut Statistik aber nicht stärker gefährdet als jüngere Mitbürger.

Gerade die Lebenserfahrung, die Konfliktfähigkeit und die gezielte Entscheidung älterer Menschheit, einem Streit bewusst aus dem Weg zu gehen, würden das Gegenteil beweisen, so der Polizeibeamte.

Der demografische Wandel mache auch vor den 45825 nicht Halt. Es seien nicht nur junge Menschen, die Senioren betrügen. Dies werde oft verkannt, denn oftmals sei es der gutaussehende, gepflegte älterer Herr, der sich als Betrüger entpuppe.

Höflich, freundlich und gut gekleidet

Die Täter seien höflich, freundlich, gut gekleidet und verfügten neben einer guten Menschenkenntnis über eine psychologisch geschickte Gesprächstaktik. Damit falle es ihnen leicht, Vertrauen zu erwecken und einen Zugang zu den Opfern zu finden.

„Ein gesundes Misstrauen beleidigt Niemanden“, dieser Rat zog sich wie ein roter Faden durch den Vortrag. „Machen Sie keinem Fremden auf, sichern Sie die Haustür und verlassen Sie sich vor allem auf Ihr Bauchgefühl, wenn Ihnen etwas komisch vorkommt“, empfahl der Polizeikommissar den Landfrauen.

„Halten Sie im Zweifel Rücksprache mit einer Person Ihres Vertrauens oder informieren Sie die Polizei unter Notruf 110, wenn Sie ein unsicheres Gefühl haben.“ Fremde sollte niemand ungeprüft in die Wohnung lassen -auch keine Polizisten- , fügte Kertzinger hinzu, denn es sei in der heutigen Zeit ein Einfaches, Dienstausweise zu fälschen. Besser sei es immer sich bei der zuständigen Polizeistation über die Identität des angeblichen Polizisten telefonisch rückversichern zu lassen.

„Tragen Sie nur so viel Bargeld bei sich, wie Sie unbedingt benötigen! Besser noch, sie zahlen bargeldlos“, diesen Tipp gab der Referent den Anwesenden mit auf den Weg. „Und achten sie darauf, dass Sie beim Abheben am Geldautomaten nicht ausspioniert werden“. Bei einem unsicheren Gefühl sei es besser, den Abhebevorgang abzubrechen und auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Habe man das Gefühl beobachtet zu werden, sollten umstehende Passanten gezielt um deren Hilfe gebeten werden.

Lautstark schimpfen und schreien

„Wenn Sie es sich zutrauen, wehren Sie sich sofort und ohne zu zögern.“ Gegenwehr sei etwas, was die wenigsten Täter erwarteten. Nach den Erfahrungen der Polizei würden viele Überfälle allein deshalb abgebrochen, weil das Opfer sich lautstark durch Schimpfen und Schreien bemerkbar mache.

Zum Abschluss seines Vortrages appellierte der Nienburger Polizist aber auch daran, anderen zu helfen, und sei es nur in Form einer Zeugenbeobachtung. „Notieren Sie nach einem Übergriff das Aussehen des Täters, seiner Kleidung, die Fluchtrichtung und verständigen sie sofort die Polizei über Notruf 110. Dann kann auch eine Straftat gezielt verfolgt werden“, heißt es abschließend.

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Erstellt:
21. Februar 2017, 16:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 33sec

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