Ein Einbruch ist für viele Menschen ein großer Schock. Foto: Rainer Fuhrmann - stock.adobe.com

Ein Einbruch ist für viele Menschen ein großer Schock. Foto: Rainer Fuhrmann - stock.adobe.com

Landkreis 23.12.2020 Von Die Harke

„Geübte Täter brauchen nur wenige Minuten“

HARKE-Serie: Präventionsteam der Nienburger Polizei gibt Tipps zum Thema Einbruchschutz

Ein Einbruch in die eigenen vier Wände ist für viele Menschen ein großer Schock. Sie kehren aus dem Urlaub, von einem Tagesausflug oder nur vom Einkauf zurück – und das Haus, die Wohnung wurde durchwühlt. Die dunkle Jahreszeit nutzen viele Einbrecher, um unerkannt ihre Taten verüben zu können.

In der HARKE-Serie „Fünf Minuten für ihre Sicherheit“ gibt das Präventionsteam der Polizeiinspektion Nienburg-Schaumburg heute Tipps zum Thema Einbruchschutz. „Die Verletzung der Privatsphäre, das verloren gegangene Sicherheitsgefühl, das Entwenden von lieben Erinnerungsstücken sind für die Betroffenen oft schlimmer als der rein materielle Schaden.“

Weiter: „Für die Tat brauchen geübte Täter meistens nur wenige Minuten. Die Polizei bekämpft seit vielen Jahren das Phänomen des Einbruchdiebstahls mit verschiedensten Mitteln“, teilt das Prävenstionsteam, das aus Nicole Schuster, Gerd Kertzinger, Volker Conrad, Henri Slaar und Daniel Jahn besteht, mit.

Sonderstreifen in Zivil und sichtbar, Fußstreifen in Wohngebieten und gezielte Kontrollen an Einfallstraßen, gehören auch im Landkreis Nienburg dazu, wie auch intensive Aufklärung und Präventionsmaßnahmen.

„Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche in den vergangenen Jahren im Vergleich zu den Vorjahren inzwischen zurückgegangen ist, sollten Bürger den Einbruchschutz an ihrem Wohnhaus nicht vernachlässigen. „Die Gefahr eines Einbruchs ist keineswegs geringer geworden“, sagt das Präventionsteam. Um sich davor zu schützen, sei es wichtig, bauliche Schwachstellen durch geprüfte einbruchhemmende Bauteile zu sichern.

Mechanische Sicherungstechnik sei die Basis des Einbruchschutzes für Privathaushalte. Je länger Türen und Fenster einem Einbruch standhalten, desto wahrscheinlicher sei es, dass die Täter aufgeben. Ältere Türen, Fenster und Schlösser beispielsweise böten kaum Schutz vor einem Einbruch. Der erfahrene Einbrecher überwinde diese mit einem Schraubendreher in wenigen Sekunden.

„Eine typische Schwachstelle sind Fenster und Fenstertüren mit herkömmlichen Rollzapfen. Deutlich mehr Sicherheit bieten sogenannte Pilzkopfzapfen mit entsprechenden Beschlägen“, rät das Präventionsteam. Hier sei auch nicht immer eine Neuanschaffung von Türen oder Fenster erforderlich, in vielen Fällen ließen sich die einbruchhemmenden Produkte nachrüsten. Sowohl die Neuanschaffung als auch die Nachrüstung von solchen Produkten werde unter bestimmten Voraussetzungen vom Staat über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert.

Eine sinnvolle Ergänzung zu den mechanischen Sicherungen könne die fachgerecht montierte Installation einer Einbruchmeldeanlage oder einer Videoüberwachungsanlage sein. Sie erhöhe das Entdeckungsrisiko für den Einbrecher, schrecke möglicherweise ab und gebe der Polizei im Idealfall die Chance, einen Täter zu fassen oder zu identifizieren.

„Neben der richtigen Sicherungstechnik kann jeder Bürger durch richtiges Verhalten dafür sorgen, dass es zu keinem Einbruch in sein Wohnhaus kommt. Türen und Fenstergriffe immer abschließen, auch wenn man das Haus nur kurz verlässt. Keine Schlüssel draußen verstecken, häufig kennen Einbrecher die meisten Verstecke. Leitern und Gartenwerkzeug gehören grundsätzlich ins Haus oder einen abgeschlossenen Schuppen. Das gilt auch für Mülltonnen, die dem Täter ansonsten als Aufstiegshilfe dienen könnten. Rollläden tagsüber nicht herunterlassen; sie signalisieren dadurch auf dem ersten Blick Abwesenheit. Gekippte Fenster sind offene Fenster und werden von Einbrechern leicht überwunden. Eine offene Garage ohne Auto ist ein Abwesenheitssignal. Wichtige Dokumente und wertvolle Gegenstände gehören am besten ins Schließfach der Bank“, rät das Team.

Wer sich weitergehend über dieses Thema informieren will, kann das beim Beauftragten für Kriminalprävention unter Telefon (05021) 9778108 tun.

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Erstellt:
23. Dezember 2020, 19:43 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 39sec

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