Die arabische Version des nebenstehenden Textes. CJD

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Nienburg 22.04.2017 Von Kamiran Al Ahmed

Gewaltschutz in der Familie

CJD-Projekt „Willkommen in Nienburg“ mit Kamiran Al Ahmed / Heute: Informationen über das Frauenhaus

Im [DATENBANK=1316]Begegnungscafé St. Martin[/DATENBANK] informierte [DATENBANK=696]Kirsten Heusmann[/DATENBANK] vom [DATENBANK=4271]Frauenhaus[/DATENBANK] in Nienburg über das Thema „Gewaltschutz in der Familie“. Frau Heusmann ist eine von vier Mitarbeiterinnen des Nienburger Frauenhauses, sie berät die hilfesuchenden Frauen von der ersten Kontaktaufnahme bis zu deren Auszug. Als Übersetzerin hatte sich an diesem Nachmittag Hanadi Yassine zur Verfügung gestellt. Um den Zuhörenden einen Überblick über die Entwicklung des Gewaltschutzes in Deutschland zu geben, spannte Frau Heusmann einen Bogen von Artikel 2, Absatz 2 unseres Grundgesetzes („Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich“) und weitere Gesetze, die es seitdem gegeben hat. Überrascht waren z.B. alle von der Tatsache, dass Frauen in Deutschland erst seit einer Reform des Familienrechts im Jahr 1977 berufstätig sein dürfen, ohne den Ehemann um Erlaubnis zu fragen. Oder dass Vergewaltigung in der Ehe erst seit 1997 strafbar ist.

Frau Heusmann zeigte anhand der kriminalstatistischen Auswertung zu Gewalt in Partnerschaften des Bundeskriminalamts, dass trotzdem 2015 noch über 104.000 Frauen von Partnerschaftsgewalt betroffen waren – 331 Frauen wurden sogar Opfer von Mord und Totschlag durch ihren Partner oder Ex-Partner.

In Bezug auf Gewalt in der Familie gab es 2002 mit dem Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes einen wichtigen Einschnitt. Seitdem ist Gewalt in der Partnerschaft keine Privatangelegenheit mehr, es gilt das Motto: „Wer schlägt muss gehen!“.

Zum Beispiel kann die Polizei einen Platzverweis für bis zu 14 Tage aussprechen und die Betroffenen können in diesem Zeitraum bei Gericht weitere Schutzanordnungen beantragen. Sie sprach auch über die Möglichkeit in einem Frauenhaus Schutz für sich und evtl. Kinder zu finden.

Das Thema, wie sich Gewalt vermeiden lässt, wurde in der Zuhörerrunde lebhaft diskutiert.

Zum Schluss wies sie auf verschiedene Broschüren und Telefonnummern hin, falls Hilfe benötigt wird:

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 08000 116 016 bietet Beratung in 17 Sprachen rund um die Uhr an, anonym und kostenfrei. Für den Nienburger Bereich gibt es die BISS (Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt), erreichbar unter 0 50 21/ 88 94 88, und das Frauenhaus Nienburg mit der Telefonnummer 0 50 21/ 24 24. Am kommenden Dienstag, 25. April, um 16 Uhr sind alle Besucherinnen und Besucher des Begegnungscafes ins Museum eingeladen. Treffpunkt ist vor dem Museum Fresenhof, Leinstraße 48.

Dieser Beitrag ist Bestandteil des CJD-Projekts „Willkommen in Nienburg“, das vom Bundesamt für Migration gefördert und von der HARKE am Sonntag begleitet wird.

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Erstellt:
22. April 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

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