Die IG Metall fordert „Zukunftsperspektiven“ für die betroffenen Beschäftigten – unter anderem in Stolzenau.  Foto: Graue

Die IG Metall fordert „Zukunftsperspektiven“ für die betroffenen Beschäftigten – unter anderem in Stolzenau. Foto: Graue

Stolzenau 09.11.2020 Von Die Harke

Gewerkschaft: Beschäftigung sichern

Schließung der Kunstlederproduktion bei Continental in Stolzenau: „Wir nehmen Geschäftsführung in die Pflicht“

Das Unternehmen Continental hat vor knapp zwei Wochen angekündigt, die Kunstlederproduktion an seinem Standort Stolzenau zum Jahresende 2021 zu schließen. Das könnte den Wegfall von 50 Arbeitsplätzen bedeuten. Die IG Metall Nienburg-Stadthagen spricht in einer Mitteilung von „Kahlschlag“ und fordert „Zukunftsperspektiven“ für die betroffenen Beschäftigten.

Die Teilschließung der Produktion erfolgt laut Continental im Rahmen des weltweiten Programms „Transformation 2019-2029“. Darin hatte Continental nach Angaben der Gewerkschaft schon vor der Corona-Krise beschlossen, mehrere Tausend Arbeitsplätze abzubauen. „Lange Zeit stand Hornschuch in Stolzenau nicht auf der schwarzen Liste der Continental-Kahlschlag-Pläne“, sagt Betriebsratsvorsitzender und IG Metall-Vertrauensmann, Martin Hoff.

„Dennoch kommt die Schließung der Kunstlederproduktion für uns nicht völlig unerwartet. Continental schließt aber auch nicht aus, dass es in Zukunft zu weiteren betriebsbedingten Kündigungen kommen könnte. Wir fordern daher als Betriebsrat gemeinsam mit der IG Metall Perspektiven in Form von Zukunftsvereinbarungen ein“, bekräftigt er. „Neue innovative Produkte, auch außerhalb des Automobilbereichs, können wir. Das haben wir in der Vergangenheit schon bewiesen. Jetzt heißt es, diese Perspektiven zu nutzen und damit Beschäftigung dauerhaft zu sichern“, beschreibt Hoff die Zielrichtung.

„Die Corona-Krise wird viel zu oft als Vehikel zum Abbau von Arbeitsplätzen und Arbeitnehmerrechten verwendet. Die Continental Hornschuch Stolzenau GmbH hat nun einen anderen Weg angekündigt“, sagt Martin Bauerschäfer, Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Nienburg-Stadthagen. „Das Unternehmen will den Betriebsrat aktiv mit einbinden, wenn es darum geht, für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen sozialverträgliche Lösungen zu finden. Wir werden als IG Metall die Beschäftigten bei diesem Prozess eng begleiten und ihnen zur Seite stehen. Dazu gehört auch, die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung an anderen Standorten zu prüfen. Die Geschäftsführung wird sich in den kommenden Monaten an ihren Worten der fairen Sozialverträglichkeit messen lassen müssen. Wir nehmen sie dort aktiv in die Pflicht“, so Bauerschäfer.

Markus Wente, der bei der IG Metall Niedersachsen und Sachen-Anhalt für die Branchen- und Tarifpolitik „Textil“ zuständig ist, betont die im Zuge von Transformationsprozessen zunehmende Bedeutung von Mitbestimmung. „Wir begrüßen es daher sehr, dass die Continental Hornschuch Stolzenau GmbH angekündigt hat, den Umbau am Standort gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern zu gestalten.“

Nachdem bei Era und später bei Hornschuch nach Angaben der IG Metall viele Jahre kein Tarifvertrag Anwendung fand, haben die Kolleginnen und Kollegen 2018 den Weg dorthin zurückgefunden. Zum 1. August 2018 war das Unternehmen dem Arbeitgeberverband Textil beigetreten, heißt es von der Gewerkschaft.

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Erstellt:
9. November 2020, 20:00 Uhr
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