Nikias Schmidetzki DH

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Landkreis 12.09.2019 Von Nikias Schmidetzki

Gibt‘s noch nicht? Gibt‘s doch nicht!

Guten Tag

Einigermaßen überrascht war ich, das gebe ich unumwunden zu, als gestern diese Agenturmeldung in unsere Redaktion flatterte: Drei Bundesländer – Niedersachsen offenbar noch nicht – planen, unter Strafe zu stellen, Frauen unter den Rock zu fotografieren. Überrascht war ich, weil ich in meiner postjugendlichen Naivität einfach davon ausgegangen war, dass es schon jetzt strafbar ist. Ist es aber eben nicht. Ein solches Gesetz gibt‘s noch nicht. Bislang werden diese Fälle allenfalls als Ordnungswidrigkeit geahndet. Voran gehen wollen nun Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen: Wer absichtlich eine Bildaufnahme des Intimbereichs einer anderen Person unbefugt herstellt, indem er unter deren Bekleidung fotografiert oder filmt, soll dort künftig mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bestraft werden können. Gleiches soll gelten, wenn solche Bildaufnahmen übertragen oder anderen Personen zugänglich gemacht werden.

Dass es dazu kommen soll, ist offenbar auch einer Initiative von zwei Frauen aus München zu verdanken. Sie hatten in einer Online-Petition die Strafbarkeit des sogenannten Upskirtings gefordert – und fast 90000 Menschen haben unterzeichnet.

Doch auch in anderen Ländern und somit Niedersachen könnte es in absehbarer Zeit zu Änderungen kommen: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) plant ebenfalls eine Gesetzesinitiative. Die bisherige Gesetzeslage reiche nicht aus, um die Betroffenen effektiv zu schützen und den Tätern klarzumachen, dass ihr Verhalten absolut inakzeptabel sei, meint sie dazu und hat recht.

Und solange es bei uns noch nicht strafbar ist: Wer so etwas tut, dem sollte Frau schon jetzt kräftig auf die Finger treten dürfen – mindestens.

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Erstellt:
12. September 2019, 12:06 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 47sec

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