Bürgermeister Henning Onkes eröffnete die „Gläserne Werkstatt“ im Rathaus. Foto: Lüers-Grulke

Bürgermeister Henning Onkes eröffnete die „Gläserne Werkstatt“ im Rathaus. Foto: Lüers-Grulke

Nienburg 11.07.2020 Von Sabine Lüers-Grulke

„Gläserne Werkstatt“ im Rathaus

Wissensburg „als barrierefreier Bildungsort“ wird in allen Facetten präsentiert / In „ars loci 2020“ integriert

Im Vestibül des Nienburger Rathauses ist am Mittwoch eine Ausstellung zur „Gläsernen Werkstatt“ zum Thema Wissensburg eröffnet worden. Bis zum 22. Juli können sich Interessierte über den Nutzen, die Baupläne und die Kosten des Projekts informieren.

Zwischen den Figuren von Markus Keuler, einem der Künstler, die sich an der Großausstellung „ars loci 2020“ beteiligen und noch bis zum 18. Juli, dem Tag der Verleihung des Kunstpreises der Stadt Nienburg ausstellen, sind im Eingangsbereich des Rathauses etliche Schautafeln aufgestellt worden. Sie veranschaulichen, unterteilt in Themenblöcke, warum und wie „der Schandfleck“, so Bürgermeister Henning Onkes, in der Langen Straße 31-33 weichen soll.

Die Wissensburg, die dort entstehen soll, wird möglicherweise aber noch einen anderen Namen bekommen. Vorschläge seitens der Bürger können in einen Zettelkasten in der Ausstellung eingeworfen werden.

Die öffentliche „Gläserne Werkstatt“ zeigt auf, warum das Großprojekt die Stadt Nienburg nur 1,7 Millionen Euro kosten wird anstelle der 11,9 Millionen Euro, die eigentlich aufzubringen sind.

„Entscheidend ist, was man den Menschen dafür gibt“, sagte der Bürgermeister während der Eröffnung, die vor Mitgliedern des Kultur- und Sozialausschusses, aber auch vor Publikum und Mitarbeitern des Rathauses stattfand. Das Hauptargument für Onkes ist das Thema Bildungsteilhabe, weil sich das Projekt Wissensburg auch an die unter Dreijährigen richtet.

„Wie können wir das Familienleben in dieser Stadt unterstützen und die Herausforderungen der Gesellschaft auffangen?“, fragte Onkes und wies auf den „Mehrwert für die Stadt“ hin, den diese durch „die Wissensburg als barrierefreien Bildungsort“ erfahren könne.

Die Wissensburg soll Bibliothek und Archiv vereinen, die Theaterkasse aufnehmen und insgesamt ein „Forum für gesellschaftliche Vielfalt“ werden. Da sich Arbeits- und Familienwelten zunehmend auflösen würden, könne das Projekt als „Dritter Ort“ quasi zu einem Wohlfühlort werden, an dem Kommunikation möglich ist, an dem Ältere den Kleinen vorlesen können, an dem Familien ihre Kinder spielen lassen.

Man wolle aber „nicht die Leseratten im SUV“ vorfahren lassen, sondern speziell auch Menschen mit Migrationshintergrund ansprechen, „die sich höchstens ein Fahrrad leisten könnten“ Nicht zuletzt deshalb steht auch ein Fahrrad in der „Gläsernen Werkstatt“: für Onkes „das“ Fahrzeug „für das Jahr 2030“ in der Stadt.

Die Wissensburg, mit der aus viereinhalb Häusern eines gemacht werden kann, soll im Tiefgeschoss eine Fahrradgarage erhalten. Ein Atrium soll für Belüftung sorgen, ohne dass eine Klimaanlage notwendig ist. Vor dem Gebäudekomplex soll eine „Kulturbühne“ entstehen, die zu gewissen Zeiten – wie beim Wochenmarkt – bespielt werden kann.

Den häufigsten Kritikpunkt der vermeintlich zu hohen Kosten beschied Onkes abschlägig: Die Preise seien von einem Bremer Büro nochmals durchgerechnet worden, mit den Kosten sei man daher „auf der sicheren Seite“.

Auch „ars loci 2020“ kann man anschauen

Wer einen Termin zur Besichtigung für die „Gläserne Werkstatt“ vereinbaren möchte, meldet sich bei Wolfgang Lange unter Telefon (05021)87380 oder schickt eine E-Mail an glaeserne-werkstatt@nienburg.de. Außerdem ist es möglich, einen Blick in die Ausstellung zu werfen.

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Erstellt:
11. Juli 2020, 19:27 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 30sec

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