Gondelunglück in Italien: Junge aus Klinik entlassen

Gondelunglück in Italien: Junge aus Klinik entlassen

Eine Seilbahngondel ist vor wenigen Wochen am Monte Mottarone in Italien abgestürzt. Foto: Piero Cruciatti/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Der Zustand des fünf Jahre alten Jungen habe sich deutlich verbessert. Er werde weiter psychologisch betreut. Ein Krankenwagen brachte den Jungen begleitet von seiner Tante laut Krankenhausangaben nach Hause in die Stadt Pavia, ungefähr 50 Kilometer südlich von Mailand.

Er verlor seine Eltern bei dem Unglück

Der Junge hatte am Pfingstsonntag (23. Mai) als einziger das tödliche Seilbahnunglück westlich des Lago Maggiore überlebt. Insgesamt wurden dabei 14 Menschen getötet. Der Junge verlor seine Eltern, seinen Bruder und seine Urgroßeltern. Die Gondel stürzte ab, weil das Zugseil der Bahn aus bislang ungeklärter Ursache riss und die Notbremsen nicht am Tragseil griffen, weil sie zuvor blockiert wurden. Die Kabine stürzte talwärts ab und zerschellte schließlich an einem bewaldeten Hang.

Die Notbremsen wurden den Ermittlungen zufolge blockiert, weil sie zuvor für Störungen im Bahnbetrieb gesorgt hatten. Ein technischer Leiter steht derzeit unter häuslichem Arrest. Der Seilbahnchef und ein weiterer technischer Leiter kamen wieder frei, was für Kritik gesorgt hatte. Laut Medienberichten wollte die Staatsanwaltschaft diese Entscheidung der Untersuchungsrichterin prüfen lassen. Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge sind die drei Verdächtigen am kommenden Montag in Bezug auf die Ermittlungen vorgeladen.

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