Grabschmuck gestohlen

Grabschmuck gestohlen

Manon Garms DH

Pietätlosigkeit

Entsetzt war eine Witwe, als sie am 1. Weihnachtstag feststellen musste, dass der gesamte Schmuck vom Grab ihres Mannes auf dem Nienburger Friedhof gestohlen worden war. Mit viel Liebe hatte sie das Grab gestaltet, unter anderem Christrosen und ein Keramik-Herz platziert, um die letzte Ruhestätte ihres Gatten festlich zu dekorieren. Doch dreiste Diebe hatten dafür kein Verständnis – vielleicht haben sie die Utensilien für eigene Zwecke genutzt, vielleicht auch einfach nur zerstört und weggeworfen.

Wer tut so etwas? Das fragt sich nicht nur die Witwe. Hat es wirklich jemand nötig, den Toten ihren Grabschmuck zu stehlen? Noch dazu an Weihnachten? Von einem schlechten Streich kann man da nicht sprechen – es ist einfach nur pietätlos. Die Diebe sollten – wenn sie denn überhaupt gefasst werden – nicht nur eine Geldstrafe bezahlen. Sie sollten für mehrere Monate die Pflege der Gräber übernehmen, von denen sie die Dekorationen gestohlen haben. So sind sie den Angehörigen der Verstorbenen eine Hilfe und kommen hoffentlich auch zu der Einsicht, dass sie großen Mist gebaut haben. Manon Garms