Ein aus einem Amerikaner, zwei Slowenen und einer Deutschen bestehendes CIMIC-Team wird von Hans Soltau (rechts) im Namen des Katharinenmarkt-Vereins begrüßt. Bundeswehr / Christian Peter

Ein aus einem Amerikaner, zwei Slowenen und einer Deutschen bestehendes CIMIC-Team wird von Hans Soltau (rechts) im Namen des Katharinenmarkt-Vereins begrüßt. Bundeswehr / Christian Peter

Hoya 13.11.2018 Von Die Harke

Graf Otto und das internationale Militär

Internationale Übung zu zivil-militärischer Zusammenarbeit im Hoyaer Schloss

Kürzlich war Schloss Hoya erstmals Teil des Übungs-Szenarios der multinationalen Übung „Joint Cooperation“, bei der es um zivil-militärische Zusammenarbeit (CIMIC) geht. Der Katharinenmarkt-Verein unterstützte in den Mauern des Schlosses die Übungsteilnehmer als Darsteller einer Übungssituation. Ausrichter der jährlich stattfindenden militärischen Übung ist das Zentrum für zivil-militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr in Nienburg. Dessen Kommandeur, Oberst Joachim Miller, war vor Ort, um sich bei den Vereinsmitgliedern für ihr Engagement zu bedanken. Das hat die Bundeswehr mitgeteilt. Die Übung soll Soldaten aus EU- und NATO-Staaten auf Aufgaben in Auslandseinsätzen vorbereiten. Aber auch Nicht-NATO-Staaten könnten als Übungsteilnehmer oder Beobachter teilnehmen. Dieses Jahr seien dies neben Deutschland 21 weitere Nationen.

CIMIC (Civil Military Cooperation) ist die englische Übersetzung der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit. Anders als in der üblichen Vorstellung von Militärübungen würden bei dieser Übung keine großen Truppenbewegungen stattfinden. Die CIMIC-Spezialisten suchten das Gespräch mit Ansprechpartnern vor Ort im Auslandseinsatz.

Fakten zur Situation der Bevölkerung seien durch Gespräche mit Verantwortlichen gesammelt und bewertet worden. Das ermögliche, militärische Operationen so zu planen, dass die Situation der Zivilbevölkerung berücksichtigt werden könne. Mit den Daten könnten darüber hinaus Hilfsprojekte besser geplant werden. Zum Beispiel, wenn eine UN-Organisation Flüchtlingen helfen wolle.

Das CIMIC-Team fuhr mit einem Fahrzeug der Bundeswehr vor. Soldaten aus den USA, der Slowakei und aus Deutschland trafen „Graf Otto den Dritten“ auf Schloss Hoya.

„Hans Soltau und Guido Kruse spielten den Schlossherrn und seine Leibwache in einem fiktiven Einsatzland. Mit ihren historischen Gewändern von 1420 und einem eineinhalbarmigen Schwert begrüßten sie ihre beeindruckten Gäste“, teilt die Bundeswehr weiter mit. Im Gewölbe der Keller schilderten sie die angenommene Situation. Demnach seien anonyme Drohbriefe eingegangen, die das Vernichten des Schlosses und seiner Kulturgüter androhte. Eine Situation, die in instabilen Ländern durchaus realistisch sei.

„Die Ausbilder waren mit dem Team sehr zufrieden. Dieses gab seinen Bericht an die Auswerter in Nienburg weiter, die zusammen mit den rund 350 anderen Übungsteilnehmern noch bis zum 16. November in der Übung dabei sind“, heißt es weiter.

„Die Stadt Hoya als Eigentümer des Schlosses beteiligt sich an der Übung, indem sie Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Auch andere Behörden, Firmen und Einrichtungen unterstützen die Übung. Rund 60 zivile Laiendarsteller wie die Vereinsmitglieder des Vereines Katharinenmarkt aus Hoya sorgen mit ihren Übungsauftritten für glaubwürdige Eindrücke der Soldaten“, heißt es abschließend.

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Erstellt:
13. November 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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