Grillunfall mit Gaffern ist das Szenario

Grillunfall mit Gaffern ist das Szenario

Die Retter des DRK haben es mit realistisch geschminkten „Verletzten“ zu tun. DRK-Kreisverband

Unter realitätsnahen Bedingungen – bis hin zu schweißtreibenden Temperaturen – veranstalteten die Bereitschaften des DRK-Kreisverbands Nienburg im Nachbarlandkreis Schaumburg eine zweitägige Großübung. Den Aktiven stellten sich nach Mitteilung des DRK zwei Szenarien: Am Abend des ersten Tages hatte sich in direkter Nachbarschaft zu einem Nachtlokal ein Grillunfall mit mehreren Verletzten ereignet.

Als die Retter vor Ort waren, wimmelte die Unfallstelle bereits von angetrunkenen Gaffern, die mit ihren unvermeidlichen Handykameras die schwer verletzten Brandopfer filmten, die Retter anpöbelten und bedrängten. Die Rollen von Opfern und Gaffern übernahmen Mitglieder der Realistischen Unfalldarstellung aus Springe; hinzu kamen allerdings – ungeplant – echte Besucher des Nachtlokals, die das Übungsszenario noch etwas realitätsnäher ausfallen ließen.

Am Folgetag sah die Übung einen hitzebedingten Stromausfall in Schaumburg vor. Auch die dortige Klinik war betroffen. Die Kreis-Nienburger Bereitschaften installierten auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) eine Art provisorisches Krankenhaus, in dem Verletzte versorgt wurden, ehe sie schrittweise in funktionierende Kliniken transportiert werden konnten.

Außerdem übten die DRK-Mitglieder die Rettung Verschütteter und hatten mit Atemschutzgerät in völliger Dunkelheit einen tückischen Hindernisparcours zu überwinden.

„Die Bereitschaften aus dem Kreis Nienburg arbeiten im Regelfall allein und selbstständig“, so DRK-Kreisbereitschaftsleiter Stephan Brandt. „Diese Übungen simulieren Großeinsätze, bei denen die Bereitschaften zusammenarbeiten würden. Außerdem wird das Zusammenwirken mit anderen Rettern oder Instanzen geprobt.“