Katja Keul und Eckard Mai auf der Baustelle der Solartankstelle. Abgeordnetenbüro Keul

Katja Keul und Eckard Mai auf der Baustelle der Solartankstelle. Abgeordnetenbüro Keul

Meinkingsburg 21.09.2017 Von Die Harke

Größte Solartankstelle Deutschlands

Die heimische Bundestagsabgeordnete Katja Keul informiert sich beim Meinkinsburger Unternehmen ECM

Nach der ersten Solartankstelle Deutschlands in Steyerberg könnte der Landkreis Nienburg bald auch die größte Solartankstelle Deutschlands in Meinkimgsburg vorweisen. Auf dem 3. überregionalen Elektromobilistentreffen beim Gasthaus Dillertal in Bruchhausen-Vilsen traf die heimische Brünen-Bundestagsabgeordnete [DATENBANK=195]Katja Keul[/DATENBANK] kürzlich auf Eckard Mai, Inhaber und Geschäftsführer der Firma ECM aus Meinlingsburg, der noch in diesem Jahr eine Elektrotankstelle auf seinem Firmengelände in Betrieb nehmen will.

Keul, die selbst Elektroauto fährt, ließ sich kurz darauf das Projekt vor Ort erläutern. „Zwischen der Gaststätte Dillertal und Garbsen gibt es an der Bundesstraße 6 bislang noch keine einzige Schnellladesäule. Linsburg wäre schon von daher ein idealer Standort“, so Keul in einer Pressemitteilung.

Ziel dieses Projektes sei es, einen weiteren Baustein für den Ausbau der Elektromobilität im Land Niedersachsen und insbesondere in der Region Hannover zu leisten, erklärte Mai der Abgeordneten.

Dabei solle die elektrische Energie an den Ladepunkten weitgehend durch selbsterzeugten Solarstrom aus der bereits bestehenden Photovoltaikanlage zur Verfügung gestellt werden.

Durch die Anschlussleistung von 350 Kilowatt könnten dann gleichzeitig 16 Elektrofahrzeuge mit 22 Kilowatt geladen werden. Durch ein Lastenmanagement kann die Ladeleistung dabei auch auf 32 Elektrofahrzeuge parallel verteilt werden. Damit wäre die Elektrotankstelle derzeit die größte in Deutschland.

Im zweiten Bauabschnitt sollen noch vier Schnelllader mit jeweils 50 Kilowatt errichtet werden. Außerdem soll dann ein Batteriespeichersystem in Verbindung mit einem Pelletbetriebenen Blockheizkraftwerk dafür sorgen, dass die Energie möglichst zu 100 Prozent regenerativ bereit gestellt wird, teilt Keul mit. Die Abrechnung des Ladevorgangs erfolgt jeweils über übliche Kartenzahlung.

Bei der Errichtung der Solaranlage sei eine Höhe berücksichtigt worden, die es auch ermöglichen solle, künftig Lademöglichkeiten für Lkw zu schaffen.

„Abgesehen von der Solartechnik besteht das Hauptgeschäft der ECM GmbH in der Installation von Heizungssystemen aus Erneuerbaren Energien, sowohl in Privathäuser, als auch in Firmenimmobilien“, schreibt die Abgeordnete. „Ziel ist es die Häuser energetisch autark auszustatten“, so Mai. Dabei hinke die Gesetzeslage den technischen Möglichkeiten allerdings immer noch hinterher. Für Eigenstromverbrauch sollte keine EEG-Umlage fällig werden, dann würde sich auch der Mieterstrom endlich wirklich lohnen. Nur wegen der Abgabe müsse sonst die Menge des erzeugten, gespeicherten und letztlich verbrauchten Stromes gezählt werden, selbst wenn dieser weder aus dem Netz kommt noch in das Netz eingespeist werde. Weil die Netzbetreiber dafür keine Lösung anbieten würden, gebet es bislang trotz des neuen Gesetzes keine Möglichkeit, Mieterstrom sinnvoll anzubieten.

Keul teilt die Kritik des Unternehmers: „Schikanöse Umlagen, Entgelte und überbordenden Bürokratie gehören abgeschafft ebenso wie die sinnwidrige ,Sonnensteuer‘.“ Klimaschutz und Energiewende seien zukunftsentscheidend. Die Energiewende habe bereits hunderttausende Jobs geschaffen – weitaus mehr als bei Kohle und Atom weggefallen seien. Damit sei die Energiewende nicht nur gut fürs Klima. Sie stärke auch die Wirtschaft und schaffe sichere Arbeitsplätze. Dass die große Koalition den Ausbau der Erneuerbaren gedeckelt und gebremst habe sei ein großer Fehler, der unter einer grünen Regierungsbeteiligung unbedingt rückgängig gemacht werden müsse, forderte Keul abschließend.

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Erstellt:
21. September 2017, 21:00 Uhr
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