Präzision auf dem Acker: Beim Bundesentscheid am 14./15. April in Steimbke messen sich Siegerinnen und Sieger aus acht Landesentscheiden
im Leistungspflügen. Teichler/Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Präzision auf dem Acker: Beim Bundesentscheid am 14./15. April in Steimbke messen sich Siegerinnen und Sieger aus acht Landesentscheiden im Leistungspflügen. Teichler/Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Steimbke 25.03.2018 Von Die Harke

Größte Sorgfalt auf kleiner Parzelle

Bundesentscheid Leistungspflügen am 14. und 15. April in der Samtgemeinde Steimbke

Wer das Pflügen beherrscht, der durchlüftet seinen Ackerboden bestmöglich, beseitigt Unkraut, vertreibt Schädlinge und fördert die Fruchtbarkeit für den erfolgreichen Anbau der nächsten Kultur. Trotz erheblicher technischer Vervollkommnung von Pflügen und Schleppern gilt daher eine gründliche Ausbildung, die dauernde Übung und die daraus gewonnene Arbeitserfahrung im Pflügen für den Landbau als unverzichtbar. Für den landwirtschaftlichen Nachwuchs halten deswegen verschiedene Organisationen seit Jahren das Leistungspflügen ab – sowohl als lokale Wettbewerbe als auch als Landes- und Bundeswettbewerb sowie auf internationaler Ebene. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist am Sonnabend und Sonntag, 14. und 15. April, in Steimbke Gastgeberin des Bundesentscheids im Leistungspflügen. Mitveranstalter sind die Deutsche Lehranstalt für Agrartechnik ([DATENBANK=1622]Deula[/DATENBANK]) in Nienburg und der Deutsche Pflügerrat, der dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert.

Die 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen aus acht Bundesländern: Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen, Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz. Die Pflügerin und die vier Pflüger Niedersachsens kommen aus der Region Hannover und den Kreisen Uelzen und Rotenburg. Alle Finalisten reisen in der Regel schon einige Tage vor dem Wettkampf an, um sich auf Probeflächen mit dem Terrain vertraut zu machen.

Nach dem offiziellen Probelauf am Sonnabendnachmittag (14. April) zeigen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Sonntag (15. April) ab 11.30 Uhr an der Stöckser Straße vor den kritischen Augen der Richter und Zuschauer auf kleiner Parzelle die Technik des Pflügens – ohne moderne Hilfsmittel wie Satellitennavigation (GPS). Zum Einsatz kommen Beetpflüge und Drehpflüge. Bei dem bis zu zweistündigen Leistungspflügen achten die Richter unter anderem darauf, wie gerade die Probanden pflügen, wie sauber und ausgeräumt die Spaltfurche – das ist die erste Furche – aussieht, wie das Ein- und Aussetzen des Geräts funktioniert und ob am Ende noch Erdreich ungepflügt übrigbleibt. Beim Drehpflügen wird auch ein Keil, also ein spitz zulaufender Schlag, ausgepflügt – hierbei ist besondere Präzision gefragt.

Zusätzlich zum praktischen Pflügen gibt es einen Test, der die theoretischen Grundkenntnisse und die Fachkompetenz der Teilnehmer fordert. Das Ergebnis aus diesem Test wird in die Gesamtbewertung einbezogen.

Mit Beetpflügen funktioniert das Pflügen nur in eine Richtung und nach einer Seite, meistens nach rechts. Größere Felder müssen deshalb in kleinere Beete eingeteilt werden. Beetpflüge sind wesentlich leichter und auch preisgünstiger als Drehpflüge.

Die Drehpflüge werden heute in der Praxis bevorzugt, weil mit ihnen eine gleichmäßigere, ebenere Oberfläche erzielt wird. Da mit dem Drehpflug keine Beete angelegt werden müssen, sinken die Wendezeiten. Außerdem kann während des Pflügens bereits mit der Bestellung begonnen werden.

In der modernen Landwirtschaft ist der Drehpflug heute der Pflug der Wahl. Gekonnter Umgang mit dem Gerät zahlt sich aus: Durch die richtige Einstellung des Pflugs wird der Boden schonender behandelt, und der Trecker verbraucht weniger Sprit.

Jährlich abwechselnd mit dem Bundesentscheid werden in vielen Bundesländern die Landesentscheide durchgeführt. Die Sieger dieser Wettbewerbe nehmen in der Folge an den jeweils höherrangigen Entscheiden bis hin zu den jährlich stattfindenden Europameisterschaften und Weltmeisterschaften teil.

Das Programm des Bundesentscheids

  • Sonnabend, 14. April: ab 21 Uhr Pflügerfete - Party zum Bundeswettbewerb Leistungspflügen der Niedersächsischen Landjugend (Bezirk Hannover) in der Deula Nienburg, Max-Eyth-Straße 2, Nienburg, Einritt: fünf Euro.
  • Sonntag, 15. April 2018: 9.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst mit Pastorin Ricarda Rabe und Pfarrer Thomas Jung im Zelt auf dem Wettbewerbsgelände (Stöckser Straße, Steimbke)
  • 11 Uhr Eröffnung des 36. Bundesentscheids im Leistungspflügen durch einen Vertreter des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft sowie Tobias Göckeritz, Kreislandwirt Landvolk Mittelweser.
  • 11.30 bis 15 Uhr Wettbewerb. „Schaufenster Landwirtschaft“: Programm mit Pferdepflügen, Oldtimerpflügen, Maschinenvorführungen, Infoständen.
  • 17 Uhr Siegerehrung im Zelt durch Barbara Otte-Kinast, Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, und durch ein Vorstandsmitglied der Niedersächsischen Landjugend sowie durch Helmut Wolf, Vorsitzender des Deutschen Pflügerrats.

Genauigkeit ist beim Bundesentscheid gefragt. Teichler/Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Genauigkeit ist beim Bundesentscheid gefragt. Teichler/Landwirtschaftskammer Niedersachsen

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Erstellt:
25. März 2018, 21:00 Uhr
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