Eine junge Strumpfbandnatter ist in dem Netz einer Schwarzen Witwe gefangen. Die Schwarze Witwe und andere Spinnen können selbst vielfach größere Schlangen erbeuten und fressen. Foto: Julia Safer/Universität Basel/dpa

Eine junge Strumpfbandnatter ist in dem Netz einer Schwarzen Witwe gefangen. Die Schwarze Witwe und andere Spinnen können selbst vielfach größere Schlangen erbeuten und fressen. Foto: Julia Safer/Universität Basel/dpa

Basel 28.06.2021 Von Deutsche Presse-Agentur

Große Beute: Spinnen fressen auch Schlangen

Die Schwarze Witwe und andere Spinnen können selbst vielfach größere Schlangen erbeuten und fressen. Das zeigt eine Auswertung von 319 dokumentierten Fällen, die im Fachmagazin „Journal of Arachnology“ erschienen ist.

Die Hälfte der Vorfälle wurden in den USA dokumentiert, rund ein Drittel in Australien, wie der Spinnenforscher Martin Nyffeler von der Universität Basel mit seinem Kollegen von der amerikanischen University of Georgia, Whitfield Gibbons, herausfand. Insgesamt gebe es Berichte über rund 90 Schlangenarten, die von etwa 40 Spinnenarten erbeutet worden seien. Die Spinnen seien bei ihrer Beutejagd überaus erfolgreich: Fast neun von zehn der gefangenen Schlangen wurden laut Studie getötet, nur 1,5 Prozent konnten sich aus eigener Kraft befreien, die anderen wurden von Menschen gerettet.

Spinnen töten und fressen laut Studie bis zu einem Meter lange Schlangen, am häufigsten jedoch sehr junge, frisch geschlüpfte Tiere. Die erfolgreichste Schlangen-Jägerin ist die Schwarze Witwe aus der Familie der Kugelspinnen (Theridiidae). Ihr für Wirbeltiere spezifisches Nervengift und ihre besonders reißfesten Netze helfen ihr beim Beutefang. Selbst das Gift der Schlangen schreckt die Spinnen nicht ab. Die Rotrückenspinne überwältigt die zur selben Familie wie die Kobras gehörenden Scheinkobras. „Diese Scheinkobras gehören zu den giftigsten Schlangen der Welt, und es ist sehr faszinierend zu beobachten, dass sie im Kampf mit Spinnen jeweils unterliegen“, so Nyffeler.

© dpa-infocom, dpa:210628-99-171569/2

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Erstellt:
28. Juni 2021, 11:53 Uhr
Lesedauer:
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