Philipp Keßler DH

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Sportredaktion 15.09.2019 Von Philipp Keßler

Grün-Weiß droht Heimat-Entzug

Guten Tag

Es ist wichtig, ein Dach über dem Kopf zu haben. Es lässt einem nicht im Nassen stehen und gibt einem ein Zuhause. Gerade bin ich aus einem zehntägigen Schweden-Urlaub zurückgekommen – dabei ging es stilecht mit Kajak und Schlafsack ab in die Natur.

Da bot mir lediglich mein Zelt Schutz vor Wind und Wetter. Diese Erfahrung kann ich im Übrigen nur jedem empfehlen; es entschleunigt ungemein und erinnert einen daran, wie wenig alltäglichen Luxus man doch eigentlich braucht. Nun kann man zwar in einem Zelt wunderbar Urlaub machen, darin Handball spielen stellt sich jedoch schwierig dar. Für den Bundesligisten GWD Minden ist das Aufstellen eines Zeltes daher keine Alternative, dennoch drohen die Ostwestfalen, demnächst ohne Zuhause dazustehen.

Denn die 1970 errichtete Kampa-Halle erweist vor allem im Bereich des Brandschutzes erhebliche Mängel auf und bedarf einer zeitnahen Sanierung. Sollte sich die Politik in wenigen Tagen nicht für diese rund zehn Millionen Euro teure Maßnahme entscheiden, müsste sich der Verein zum 1. November eine neue Bleibe suchen – eine echte Alternative ist für GWD nicht greifbar. Sich beim benachbarten TuS Lübbecke in der Merkur-Arena einzumieten, käme in etwa dem Vergleich nahe, dass der Hamburger SV künftig das Weserstadion in Bremen mitnutzen würde.

Ursprünglich plante der Kreis eine neue Multifunktionshalle am rechten Weserufer, die nicht nur GWD, sondern auch der ganzen Region eine neue zeitgemäße Heimat bieten sollte. Die Kosten: 35 bis 40 Millionen Euro. Entscheidet sich die Politik nun jedoch für eine zeitnahe Sanierung der Kampa-Halle, um den grün-weißen Spielbetrieb vor Ort zunächst sicherzustellen, fehlt für die Neuinvestition an allen Ecken und Kanten das nötige Geld. Obwohl die Kreispolitiker eigentlich in die Zukunft investieren sollten, sind erhebliche Ausgaben in eine Oldie-Spielstätte fast alternativlos.

Wie konnte es jedoch dazu kommen, dass die verantwortlichen Entscheidungsträger nun in derartige Zeitnot gedrängt werden. Mit der Pistole auf der Brust lassen sich nur selten kluge Entscheidungen treffen. GWD-Geschäftsführer Markus Kalusche stellte bereits klar, dass der Spielbetrieb durch die Hallen-Schließung akut gefährdet sei. Er stellt damit die Existenzfrage für den Profi-Handball in Minden.

Wie es mit der Kampa-Halle weitergeht und wo Malte Semisch & Co. bald auflaufen werden, lesen Sie in der HARKE in der in loser Folge erscheinenden Rubrik „GWD Minden aktuell“.

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Erstellt:
15. September 2019, 21:02 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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