Vor dem Gelände des Tanklagers am Schäferhof, wo das umstrittene Logistikzentrum an der Bundesstraße 215 entstehen soll, demonstrieren (von links) Mechthild Schmithüsen, Petra Neubauer, Jan Niemeyer, Peter Schmithüsen, Ronald Mullett, Ulla Althoff und Regine Pflüger die Protesthaltung der Nienburger Grünen. Foto: Die Grünen

Vor dem Gelände des Tanklagers am Schäferhof, wo das umstrittene Logistikzentrum an der Bundesstraße 215 entstehen soll, demonstrieren (von links) Mechthild Schmithüsen, Petra Neubauer, Jan Niemeyer, Peter Schmithüsen, Ronald Mullett, Ulla Althoff und Regine Pflüger die Protesthaltung der Nienburger Grünen. Foto: Die Grünen

Nienburg 24.02.2021 Von Die Harke

Grüne: Geplantes Logistikzentrum ist weiteres Auslaufmodell

Projekt gehe in Nienburg auf Kosten des Klimas

„Eigentlich ist von vielen Menschen schon alles Wichtige gesagt worden“, findet Jan Niemeyer, Sprecher des grünen Ortsverbandes Nienburg, aber es könne nicht oft genug wiederholt werden: „Als Grüne beziehen wir klare Position gegen das geplante Logistikzentrum. Eine Zustimmung für diese rückwärtsgewandte Politik von Stadtverwaltung und großen Teilen der Stadtpolitik wird es von uns nicht geben.“

Es scheint, als hätten diese das Wohl von Bürgerinnen und Bürgern aus den Augen verloren – und damit den Kontakt zur Basis. Während klimapolitisch Aktive durch den Lockdown und andere coronabedingte Einschränkungen einen eher geringen Handlungsspielraum für Einflussnahme hätten, werde bei den Handelnden munter weitergeplant – auf Basis von Argumenten, die aus dem letzten Jahrtausend stammten.

„Ich kann nicht erkennen, worin ein Nutzen oder Mehrwert für Nienburg durch das sogenannte Logistikzentrum entsteht“, sagt Peter Schmithüsen, der für seine Partei als Bürgermeisterkandidat ins Rennen gehen wird. „Es soll eine bewaldete schützenswerte Fläche zerstört werden, um Hunderte von Autos dort zu parken und zu verladen. Bringt das die Stadt voran?“ Die grüne Fraktion habe sich im Stadtrat ganz klar gegen die Pläne positioniert und werde auch auf Landkreis-Ebene nichts unversucht lassen, diesen wirtschaftlichen und ökologischen Unsinn zu stoppen, so Schmithüsen.

Die Grünen stellten sich gegen die Bebauungspläne für einen 14 Hektar großen „Autoverlade-Parkplatz“ im Süden Nienburgs. Sie fordern: mit dem klimapolitischen Wissen von heute darf kein Euro mehr in Technologien investiert werden, die nicht nachhaltig sind. Angesichts aktueller ökologischer, gesundheitlicher und sozialer Krisen verliere auch das abgekaute Argument, damit kurzfristig Arbeitsplätze zu schaffen, jegliche Überzeugungskraft, heißt es in einer Pressemitteilung weiter.

In diesem Bereich, der bewaldet ist, soll das Logistikzentrum entstehen. Foto: Stadt Nienburg

In diesem Bereich, der bewaldet ist, soll das Logistikzentrum entstehen. Foto: Stadt Nienburg

Es gelte, mit neuen Konzepten und Technologien nachhaltige und damit langfristige Arbeitsplätze zu schaffen. „Mit solchen Projekten zerstören wir eine Fülle unserer regionalen ökologischen Ressourcen“, sagt Petra Neubauer, Sprecherin des grünen Ortsverbandes, „und opfern Landschaft und Wälder, versiegeln Flächen – und alles für eine Technologie, von der wird heute schon wissen, dass sie ein Auslaufmodell ist!“

Nienburg biete sich der Autolobby und Güterverkehrspolitik als Marionette an. Durch die umstrittenen Planungen, in die sich auch die „Nordumgehung“ einreihe, eröffne die Stadt allen Transporten und Durchreisenden eine lärmintensive Stadtdurchquerung auf Kosten der Lebensqualität von Bürgerinnen und Bürgern. Es gelte einschneidende Veränderungen bei Individualverkehr und Gütertransport vorzunehmen: Der globale Transportverkehr müsse dringend unter die Lupe genommen und neue Konzepte für kürzere Gütertransporte durch Regionalität erarbeitet werden, fordern die Grünen.

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Erstellt:
24. Februar 2021, 20:48 Uhr
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