Helge Limburg fordert weniger Tiere, um die Nitratwerte wieder niedriger zu halten. Per Tillmann / Fotolia

Helge Limburg fordert weniger Tiere, um die Nitratwerte wieder niedriger zu halten. Per Tillmann / Fotolia

Landkreis 17.09.2019 Von Die Harke

Grüne: weniger Nitrat durch weniger Tiere

Helge Limburg: „Zu viel Vieh in Niedersachsen“

Der Landkreis Nienburg hat zu viel Nitrat im Boden. Wie die meisten Landkreise in Niedersachsen. Die Landesregierung hat als Reaktion darauf Maßnahmen zur Nitratreduktion im Grundwasser vorgestellt. Der heimische Landtagsabgeordnete Helge Limburg (Grüne) hält die Maßnahmen nach eigenen Worten für nicht zielführend. Nur weniger Tiere würden weniger Nitrat bringen, sagt der Abgeordnete. „Landwirtschafts- und Umweltministerium haben 39 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche als Rote Gebiete ausgewiesen, obwohl auf 60 Prozent der Landesfläche die Grundwasserkörper in einem schlechten chemischen Zustand sind“, heißt es in einer Pressemitteilung des Abgeordneten.

Dass Nienburg als Problemgebiete ausgewiesen wurde, müsse ernst genommen werden, sagt Limburg: „Der Grundwasserschutz muss oberste Priorität haben.“ Doch nach Limburgs Worten würde keine der von der Landesregierung entwickelten Maßnahmen – Gülle-Analyse, mehr Lagerkapazitäten und schnelle Einbringung – die Stickstoffeinbringung in den Boden reduzieren.

„Anstatt zielgerichtet vorhandene Daten zu nutzen, um Problembetriebe mit zu viel Tieren und zu wenig Fläche zu identifizieren, treffen die Sanktionen auch Landwirte und -wirtinnen, die eine flächengebundene Tierhaltung praktizieren wie Weidehalter und -halterinnen und ökologisch wirtschaftende Betriebe“, sagt Limburg: „Wir haben viel zu viel Vieh im Massentierhaltungsland Niedersachsen. Das Verhältnis zwischen Tier und Fläche stimmt einfach nicht. Ohne eine konsequente Reduktion der Tierbestände wird Niedersachsen das Nitratproblem nicht los.“

Die Düngebehörde darf laut Limburg nicht mehr bei der Landwirtschaftskammer angesiedelt sein, sondern beim Umweltministerium. „Die Kontrolldichte ist zu gering. Die Richtigen müssen kontrolliert werden“, sagt der Abgeordnete.

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Erstellt:
17. September 2019, 07:18 Uhr
Lesedauer:
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