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Nienburg 21.01.2017 Von Edda Hagebölling

Gruselig

Auch im neuen Jahr wird es garantiert nicht langweilig. Das wurde im Verlauf der Zusammenkunft deutlich, zu der Heemsens Gemeinderat am Freitagabend ins Dorfgemeinschaftshaus Gadesbünden eingeladen hatte. Offenes Singen am längsten Tag des Jahres, Poller-Party, Luther-Wochenende, Fuchsberg-Fete, GAFA- Gaudi, Lebendiger Adventskalender. Das sind allein die Veranstaltungen, die in diesem Jahr Premiere haben oder nur in lockerer Folge stattfinden. Hinzu kommen die Feste, die ohnehin das Jahr über stattfinden. Und das allein im beschaulichen Heemsen.

Wer gerne auch einmal außerhalb seiner Gemeinde unterwegs ist, hat natürlich längst festgestellt, dass es auch in anderen Orten nette Angebote gibt. In Rodewald ebenso wie in Hoya. Und in Steyerberg ebenso wie in Liebenau. Und – selbstverständlich – auch in Nienburg.

Dort wurde zum Beispiel am vergangenen Sonntag zum ersten Mal eine öffentliche Führung durch die Sonderausstellung angeboten, die zurzeit im Fresenhof zu sehen ist. „Arrangierte Liebe“ verdeutlichte, dass es fast immer die Frauen waren, die sich – oft unter Qualen – herausputzten, um für den Mann attraktiv zu sein. Und der Familie ein ordentliches Brautgeld einzubringen. Wie gruselig.

Für uns außerdem kaum vorstellbar, dass es heute noch Länder gibt, in denen nur die Jungen lesen und schreiben lernen und die Mädchen dabei helfen, Haus und Hof in Ordnung zu halten und darauf warten, irgendwann verheiratet zu werden. Die junge Syrerin Alya Hassan berichtet auf Seite 4 davon.

Ähnlich auch die Schilderungen derer, die sich zum Ziel gesetzt haben, den Geflüchteten ihr Leben im Landkreis Nienburg ein wenig zu erleichtern. Hoch gebildete Männer mit Frauen, die nicht lesen und nicht schreiben können und sich darum nicht trauen, an öffentlichen Veranstaltungen teilzunehmen.

Das Hauptanliegen der in den Unterstützerkreisen Tätigen besteht jedoch darin, an die Politik zu appellieren, nicht immer wieder neue Wege zu öffnen, um Menschen, die bei uns Schutz suchen, abschieben zu können. Und Geflüchtete nicht ständig als Sicherheitsrisiko darzustellen.

„Wie sollen uns die Flüchtlinge noch vertrauen können, wenn die Politik die Rahmenbedingungen ständig ändert“, geben Hannelore Meyersiek, Wilfried Möhlmann und Ada und Kurt Danzer zu bedenken.

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Erstellt:
21. Januar 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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