Gemessen am Duft erwartet einen Landwirt im Nienburger Norden eine feine Ernte. Foto: Wolfgang Jargstorff - stock.adobe.com

Gemessen am Duft erwartet einen Landwirt im Nienburger Norden eine feine Ernte. Foto: Wolfgang Jargstorff - stock.adobe.com

Nienburg 23.02.2021 Von Holger Lachnit

Gülle mit Qualität

Guten Tag – ein Kommentar

Gestern Morgen hätte ich beinahe für einen Einsatz des Notdienstes der Stadtwerke Nienburg gesorgt. Denn ich wurde von einem Geruch geweckt, den ich im Halbschlaf sofort als Warngeruch für austretendes Erdgas interpretierte.

Heute genutztes Erdgas ist vollkommen geruchlos. Aus Sicherheitsgründen ist deshalb gesetzlich die sogenannte Odorierung vorgeschrieben. Das bedeutet, dass dem Erdgas ein Geruch zugesetzt wird, der eindeutig und unverwechselbar ist und damit sofort als Warngeruch wahrgenommen wird.

Umgehend nahm ich Witterung auf und ging schnüffelnd vom Schlafzimmer zum Hauswirtschaftsraum, in dem sich unsere Gasheizung befindet. Merkwürdigerweise war dort der Geruch nicht so stark wie im Rest des Hauses. Also öffnete ich die Haustür, um frische Luft hereinzulassen – und bekam nicht Lavendel, Oleander und Jasmin in die Nase gespült, sondern eine geballte Ladung Güllegestank.

Welcher Landwirt auch immer in Erichshagen gestern fleißig gedüngt hat – er hat echte Qualitätsgülle verwendet, offenbar frisch aus dem Schweinestall. Wenn die Düngewirkung des Zeugs dem Gestank entspricht, dann darf sich der Landwirt über tolle Erträge freuen. Das sei ihm von Herzen gegönnt.

Ich jedenfalls war froh, dass unsere Gasleitung intakt ist und keine Gefahr für Leib und Leben bestand. Und außerdem tröstete mich die alte Binsenweisheit, dass zwar schon viele Menschen erfroren, aber noch niemand erstunken ist – auch wenn ich kurzzeitig die Befürchtung hatte, der Erste zu sein.

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Erstellt:
23. Februar 2021, 06:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 42sec

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