Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Nienburg 07.10.2017 Von Edda Hagebölling

Guten Tag

Heute in einer Woche sind auch im Landkreis Nienburg alle Wahlberechtigten aufgerufen, den neuen Niedersächsischen Landtag zu wählen.

Vielen Rathäusern ist es so kurz nach der Bundestagswahl nur mit Mühe gelungen, wieder genügend Wahlhelfer zu finden. Teilweise sind komplett neue Teams entstanden.

Wer schon einmal Wahlhelfer war, weiß, wie viel Verantwortung die Leitung eines Wahllokals zumindest für den Vorstand und den Schriftführer mit sich bringt. Aber Wahlhelfer zu sein, macht auch Spaß. Jedenfalls dann, wenn genügend Leute kommen. Man schnackt kurz, sieht Bekannte wieder, von denen man ewig nichts gehört hat, gleicht die Angaben auf der Wahlbenachrichtigungskarte mit dem Wählerverzeichnis ab, händigt Stimmzettel aus und macht Striche. Die Zeit vergeht wie im Flug. Aber wie gesagt: nur, wenn auch genug Wähler kommen.

Wegen der Herbstferien ist damit zu rechnen, dass viele Wahlberechtigte von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht haben. Zu befürchten ist aber auch, dass die Landtagswahl so kurz nach der Bundestagswahl – deren Ausgang jeden Tag aufs neue Steilvorlagen für Polit-Kabarettisten liefert – hinten runter fällt. Und das, obwohl die Kandidaten in diesen Tagen auch hierzulande alles daran setzen, uns Wähler zu erreichen.

Dass wir uns für all die Umstände bei der Dame bedanken können, die kurz vor der parlamentarischen Sommerpause beschlossen hatte, die Grünen zu verlassen und zur CDU zu wechseln, scheint schon in Vergessenheit geraten zu sein. Hilft ja auch nichts.

Aber sind Politiker nicht immer irgendwie im Wahlkampfmodus? Wie es heißt, vergeht das erste Jahr nach der Wahl damit, sich einzuarbeiten, im letzten Jahr gilt es, sich auf den neuen Wahltermin vorzubereiten und dazwischen gibt es immer Parteifreunde, die in ihren Ämtern wiedergewählt werden möchten und darum Unterstützung benötigen.

Die Überlegung, die Amtszeit auch im Bund auf fünf Jahre auszudehnen und damit der der Länderparlamente anzupassen, kommt in schöner Regelmäßigkeit immer wieder auf. Sollte man‘s nicht tatsächlich auch mal angehen? Und könnte es nicht bundesweit ein, zwei zentrale Wahltermine geben, an denen neben dem Bundestag auch die Landtage gewählt werden? Okay, wenn sich eine Regierung vorzeitig auflösen muss, wie gerade in Niedersachsen geschehen, geht diese Rechnung nicht so richtig auf. Aber solch ein rücksichtsloses Verhalten bleibt ja wohl auch die Ausnahme.

Und wenn man schon dabei ist: Sollte man bei der Gelegenheit nicht auch gleich ernsthaft über eine Begrenzung der Amtszeit nachdenken? Auch aus Rücksicht auf die Amtshinhaber? Völlig neutral.

Zum Schluss noch schnell ein kleiner Ausflugstipp: 59632.

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Erstellt:
7. Oktober 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 17sec

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