Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

von Edda Hagebölling Im Nachbarbundesland Bremen soll die Asche der Verstorbenen künftig auch im heimischen Garten oder auf dafür ausgewiesenen Flächen verstreut werden dürfen. Eine merkwürdige Vorstellung. Besonders für diejenigen, deren Weg schon seit Jahren regelmäßig zum Friedhof führt. Um die Grabstelle wieder in Ordnung zu bringen, aber auch, um dem Verstorbene nahe zu sein. Und um Blumen abzulegen.

Sicherlich lässt sich auch im heimischen Wohnzimmer eine kleine Erinnerungsecke einrichten. Aber die Asche im eigenen Garten verstreuen? Oder womöglich im Stadtpark? Hinzu kommt, dass ein Friedhof immer auch ein Ort der Begegnung ist. Man kommt mit den Besitzern der Grabstelle nebenan ins Gespräch, hilft der älteren Dame, die das Grab gegenüber pflegt, die Gießkanne zu tragen. Man verbindet den Gang zum Friedhof mit einem Spaziergang. Und im Idealfall führt ein Tag wie der heutige Totensonntag sogar dazu, dass die Familie mal wieder zusammenkommt, weil sie sich nach dem Besuch des Friedhofs verabredet hat.

Die Kommunen ließen sich beim Umgang mit ihren Friedhöfen jahrzehntelang von zwei Anforderungen leiten: Möglichst pflegeleicht. Und möglichst rentabel.

Dass ein Friedhof aber möglicherweise auch deswegen nicht mehr rentabel ist, weil Angebot und Nachfrage nicht mehr übereinstimmen, ist erst relativ spät bis in die Rathäuser vorgedrungen. Mittlerweile wurden Experten werden damit beauftragt, ein Konzept zu entwickeln, das den Friedhof auch für diejenigen wieder attraktiv werden lässt, die die großen Grabstellen eher abschrecken. Für sie hängt die Seeligkeit nicht davon ab, immer wieder aufs Neue Eisbegonien, Geranien und Tannenzweige heranzuschleppen. Sie möchten einfach nur ein paar Blumen ablegen.

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Erstellt:
23. November 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 49sec

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