Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

von Edda Hagebölling „Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Und auch das im Grundgesetz verbriefte Recht, öffentlich demonstrieren zu dürfen. Das muss Demokratie aushalten.“ Mein Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung weiß wahrlich, wovon er spricht. Er kennt etliche Polizisten, die gestern in Hannover im Einsatz waren. Und auch er hat Kinder, die im Rahmen ihrer studentischen Aktivitäten an diesem Wochenende in der Landeshauptstadt zu tun hatten. Hatte doch die Leibniz-Universität zur „Langen Nacht der Wissenschaft“ eingeladen, um künftigen Studierenden die Möglichkeit zu bieten, sich über die Angebote des Universitäts-Standorts Hannover zu bieten informieren. Wie die unselige Hooligan-Demo verlaufen ist, werden Sie längst wissen, wenn Sie diese Zeilen lesen.

Womöglich überlegen Sie auch gerade, ob Sie sich nicht einmal wieder auf den Weg zu einem der Volkstrauertags-Gottesdiente machen sollen, die heute überall im Kreis stattfinden. Natürlich. Für viele wird der Weg zur Kirche immer weiter. Inhaltlich, aber auch räumlich. Kirchengemeinden haben fusioniert. Der Pastor ist nicht mehr so präsent. Der Gottesdienst findet im Nachbardorf statt. Einerseits natürlich eine unerfreuliche Entwicklung. Andererseits ist ein Gottesdienst, zu dem sich gerade mal eine Handvoll Schäfchen aufgerafft hat, um sich dann im Kirchenschiff zu verlieren, auch nicht dazu angetan, den Stellenwert der Kirche vor Ort zu stärken. Da scheint es doch wirklich sinnvoller, die kirchlichen Veranstaltungen mal in der einen und mal in der anderen Gemeinde stattfinden zu lassen. Zumal Entfernungen ja nun wirklich keine Rolle mehr spielen. Für die jungen Leute ohnehin nicht, aber auch nicht für die mobilen Senioren von heute. Hinzu kommt, dass jeder Kirchenvorstand, der etwas auf sich hält, einen Fahrdienst anbietet.

Um leere Kirchenbänke braucht man sich heute allerdings keine Gedanken zu machen. Überall im Kreis wird der Opfer der beiden Weltkriege gedacht. Einen breiten Raum wird aber auch das Gedenken an die vielen, vielen Menschen einnehmen, die aktuell von Glaubenskriegen betroffen sind und sich – nicht nur wegen des bevorstehenden Winters– allergrößte Sorgen darum machen, wie sie und ihre Kinder überleben sollen.

Glaubt man einem Fernsehbericht, kommt es im reichen Europa vor, dass für den mehrere Meter hohen Zaun um einen Golfplatz mehr EU-Fördermittel ausgegeben wurden, als für die Versorgung der Kriegsflüchtlinge vor Ort. Für mich auch ein Grund, sich Sorgen zu machen.

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Erstellt:
16. November 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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