Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

von Edda Hagebölling

Allergiker würden aufatmen, wenn es mal endlich richtig regnen würde. Landwirte und Hobbygärtner auch. „Aber bitte nicht ausgerechnet an diesem Wochenende“, flehen diejenigen, die heute beispielsweise in Nienburg den verkaufsoffenen Sonntag und den Frühjahrsmarkt, in Hoya den „Weserfrühling“ oder in Lavelsloh das Frühlingsfest ausrichten. Und auch all diejenigen, die das herrliche Wetter der vergangenen Tage noch gar nicht so recht nutzen konnten und darum heute gerne eine Radtour machen würden. Man wird sehen, ob der Wetterbericht recht behält.

Ganz viel Sonnenschein und möglichst wenig Regen ist natürlich auch denen zu wünschen, die sich mit Ferienbeginn auf den Weg in den Urlaub gemacht haben. Mit und ohne Lufthansa. Dass für den Streik ausgerechnet der Ferienbeginn in Niedersachsen gewählt wurde, war sicherlich eher Zufall, aus Sicht der Betroffenen aber trotzdem gemein.

Gemein ist auch, was Marion Schaper vom Diakonischen Werk und Matthias Mente vom Verein „Herberge zur Heimat“ in ihrer täglichen Arbeit erleben. Weil die Bezieher von Arbeitslosengeld II gezwungen sind, in möglichst günstigen Wohnungen zu leben, bekommen ausgerechnet sie die steigenden Energiekosten doppelt zu spüren. Denn die Wohnung ist natürlich nur deswegen so günstig, weil sie ewig nicht saniert wurde und darum schlecht isoliert ist. Stromrechnungen reißen riesige Löcher in die Haushaltskasse derjenigen, die ohnehin schon nicht viel haben. Das will der Initiativkreis „Stopp Stromsperre“ ändern.

„Dass einer Familie der Strom abgeschaltet wird, weil sie die Stromrechnung nicht bezahlen kann, kann ich als christlich und sozial orientierter Mensch nicht hinnehmen“, betont Wolfgang Kopf, der Initiator des Initiativkreises. Am Mittwoch vor Ostern soll in den Räumen des Diakonischen Werks der Arbeitskreis „Stopp Stromsperre“ gegründet werden. Mit dem Ziel, das Thema Energiearmut noch stärker im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. Und gemeinsam nach Auswegen zu suchen. Die Organisatoren hoffen, weitere Mitstreiter zu finden.

„Wenn es der Bundesregierung gelungen ist, eine Lösung für die energie-intensiven Unternehmen in diesem Land zu finden, sollte das doch wohl auch für die Menschen gelingen, die in diesem Land leben“, so Marion Schaper.

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Erstellt:
6. April 2014, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 04sec

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