Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Das Wetter. Eigentlich ist dazu schon alles gesagt. Längst hat man sich in sein Schicksal gefügt. Die kleinen grauen Zellen sind am Ende eines Tages im - natürlich nicht klimatisierten - Büro weichgekocht, die Finger an der Tastatur festgeklebt. Und auch bei Ihnen ist womöglich längst der Entschluss gereift: in meinem nächsten Leben arbeite ich bei der Sparkasse. Oder bei „Hol ab“. Da ist es immer schön kühl. Aber auf keinen Fall jedoch bei ner Baufirma.

Aus Polen kommen die Betonbauer, aus Rumänien die Eisenflechter, die dafür sorgen, dass der Bau des Nienburger Ganzjahresbades zügig voranschreitet. Bei Wind und Wetter. Als die Hitze gar zu arg wurde, hat die Bädergesellschaft den Männern kurzerhand 20 Kisten Wasser spendiert. Auch als kleine Anerkennung dafür, dass sie so gewissenhaft und so schnell arbeiten. In etwa einen Jahr soll alles fertig sein. Jedenfalls dann, wenn sich der Stadtrat gegen ein zusätzliches Solebecken ausspricht.

Ausgerechnet bei den Bauarbeiten für das Ganzjahresbades war ja im Frühjahr eine Solequelle entdeckt worden. Die Stadtwerke lassen gerade ermitteln, wie ergiebig sie ist, die Bädergesellschaft lässt berechnen, ob die Ausgaben für ein zusätzliches Solebecken wirtschaftlich zu vertreten sind. Man wird sehen. Bei der Stadt geht man allein von 100 Saunagästen pro Tag aus.

Rund 1000 Badegäste wurden dagegen am Freitag im Holtorfer Freibad erwartet. Dort waren in der vergangenen Tagen die Ehrenamtlichen um Waltraut Heidorn kurz davor, alles hinzuschmeißen. In einem zwei Seiten langen Schreiben hatten Badegäste unter anderem kritisiert, dass das Bad nicht sauber genug sei. „Mit diesem Vorwurf hätten wir leben können, er war ja teilweise berechtigt“, betonten Sabine Borchers und Waltraut Heidorn am Freitagmorgen gegenüber der Harke am Sonntag. Was sie aber richtig getroffen hat: der Brief trug keinen Absender. Keine Kontaktadresse. Nichts. „Und das hat richtig weh getan“, so Sabine Borchers. „Wir sind ständig vor Ort, signalisieren stets, dass man uns gerne ansprechen oder sogar auch helfen kann, wenn es Kritik oder Anregungen gibt, aber Vorwürfe in den Raum zu stellen und uns keine Chance zu geben, uns dazu zu äußern, das haben wir schlicht nicht verdient“, betont sie. Andererseits scheint dieses Verhalten im Trend zu liegen. Die einen tragen in ihrer Freizeit dazu bei, dass es anderen gut geht, die anderen nutzen ihre (zu) reichlich vorhandene Zeit dafür, zu nörgeln und aufzuwiegeln. Brunnenvergifter eben.

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Erstellt:
4. August 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 15sec

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