Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

von Edda Hagebölling

1965 war jedes 75. Kind auf Sozialleistungen angewiesen. Heute ist es jedes 7. Diese Zahlen sprechen eigentlich schon für sich. Untermauert werden sie noch durch das, was Marion Schaper, Geschäftsführerin des Diakonischen Werk im Kirchenkreis Nienburg, in ihrem beruflichen Alltag erlebt. Kinder, die nicht mehr zu Kindergeburtstagen gehen, weil sie kein Geschenk mitnehmen oder selbst nie zu ihrem Geburtstag nicht einladen könnten. Kinder, die nie an Ausflügen teilnehmen, weil ihre Eltern nicht nur kein Geld, sondern auch einfach nicht mehr die Kraft haben, immer und immer wieder als Bittsteller aufzutreten. Kinder, die ungeheizten Wohnungen leben, weil der Energiekonzern den Strom für die Nachtspeicherheizung abgestellt hat. Kinder, die sich im vergangenen Winter nicht zur Schule trauten, weil sie keine warme Jacke und keine warmen Schuhe hatten. Kinder, die sich montagsmittags in der Kita erst einmal wieder richtig satt essen, weil es zuhause nicht viel gab... Diese Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzen. Die Hartz IV-Regelsätze treiben auch die Kinder und Jugendlichen in eine Spirale aus Armut und Verelendung, ist auch Wolfgang Kopf von der Bürgerinitiative Bedingungsloses Grundeinkommen überzeugt. Zusammen mit Marion Schaper hatte er am Donnerstagabend ins Gemeindehaus der Kreuzkirche eingeladen. Beide sind überzeugt: mit einer Grundsicherung für jedes Kind in Höhe von 500 Euro könnte der durch Hartz IV ausgelösten sozialen Spaltung der Gesellschaft entgegengewirkt werden. Außerdem könnte sie so ganz nebenbei dazu beitragen, die immensen Kosten, die durch die Bürokratie verursacht werden, zu senken. Im Landkreis Nienburg werden zurzeit 4500 Menschen von den Tafeln versorgt. Tag für Tag, Monat für Monat. Darunter 1500 Kinder. Tendenz weiter steigend.

Zum Artikel

Erstellt:
28. April 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 52sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.