Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

„Auch Männer können Opfer sein.“ Vielleicht erinnern Sie sich noch. Vor einer Woche war an dieser Stelle die Rede von einer Leserin, die darauf hinwies, dass man nicht oft genug darauf aufmerksam machen könne, dass Kinder, die mit ansehen müssen, wie ihre Mutter vom Vater verprügelt wird, unter Umständen ihr Leben lang traumatisiert sind. Auslöser war der Bericht über die Zusammenkunft des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt und die Fachtagung „Wenn‘s zu Hause knallt“. Und jetzt der Anruf des älteren Herrn, der zu bedenken geben wollte, dass auch Männer Gewalt erfahren. Weniger körperlich, eher psychisch und darum auch eher unsichtbar, ohne blaue Flecken. Diese Opfer tauchen in der Tat in keiner Statistik auf. Zum einen, weil diese Art der Misshandlung schwer zu beweisen ist, zum anderen, weil Männer Angst haben, als „Weichei“ abgestempelt zu werden. Die Kraft, sich zu trennen, haben sie ebenfalls in den seltensten Fällen. Ein Teufelskreis. Ebenfalls wenig erfreulich das, was die rund 50 Teilnehmer des sozialkritischen Stadtrundgangs mit Gästeführerin Barbara Breiding-Voepel zu hören bekamen. Schon einmal gab es eine Zeit, in der Arbeiter keine Rechte hatten und Frauen von morgens bis abends arbeiten mussten und niemanden hatten, der sich um die Kinder kümmerte. Marie Werstler sorgte seinerzeit dafür, dass in Nienburg eine Kinderbewahranstalt gebaut wurde. Dass man dieser Tage prüft, ob ab August 2014 an der Kita St. Martin Betreuungszeiten von 6 Uhr morgens bis 9 Uhr abends angeboten werden müssen, ist purer Zufall. Passt aber genau in den Tenor des ersten – und womöglich nicht letzten – sozialkritischen Stadtrundgangs.

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Erstellt:
14. April 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 51sec

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