Stefan Schwiersch DH

Stefan Schwiersch DH

Guten Tag!

Sollten Sie gerade frühstücken, empfehlen wir Ihnen, die Lektüre dieser Kolumne ein Stündchen nach hinten zu verlegen, denn heute geht es um Arschlöcher. „Einfach mal Arschloch sein“, hatte die Harke am Freitag getitelt, gesagt hatte den Satz Steven Schäfer, Kapitän der Liebenauer Oberliga-Handballer, im Rahmen eines Interviews. Noch am selben Morgen erhielten wir die E-Mail eines Lesers, der fragte, ob solch vulgäres Vokabular denn wirklich nötig sei.

Wir hatten am Tag zuvor in der Redaktion kurz diskutiert, hatten eine abgeschwächte „A…-loch“-Variante aber wieder verworfen. Denn der Begriff Arschloch ist zwar derbste Wortwahl, aber heute derart verbreitet und stark frequentiert (vor allem im Straßenverkehr), dass niemand mehr rot anläuft, wenn er ihn hört oder liest. Da gibt es gewiss manche F-Wörter, die eher auf den Index einer Zeitung gehören.

Doch zurück zum Arschloch. Ich habe im Internet ein wenig gestöbert und geschaut, wie andere Medien mit diesem Begriff (oder Körperteil?) umgehen. Gefunden habe ich einen Artikel aus der „Zeit“, in der es um Felix Magath geht – kurz nach dessen Entlassung bei Schalke 04 Ende 2010. „Das Geheimnis des leitenden Angestellten Felix Magath hat immer darin bestanden, dass er ein untrügliches Gespür für Arschlöcher besitzt“, lautet der erste Satz. Hintergrund der Aussage: In den Achtzigern, Magath spielte noch beim Hamburger SV, wollte er im Training einem Mitspieler herzhaft in den Arsch treten, weil der zum einen nicht abgespielt und kurz darauf seine Chance verpumpt hatte. Magath war darüber derart sauer, dass er ausholte, aber den Arsch knapp verfehlte. Die Folge: Er zog er sich im Knie ein Schleudertrauma zu, der Knorpel wurde beschädigt, das Ende der Karriere. Die „Zeit“ weiter: „Seit diesem Tag spielen die Arschlöcher, die ihm den Erfolg stehlen, eine Schlüsselrolle in Magaths Leben.“

So, nun reicht es aber auch mit den A-Wörtern, und keine Sorge: Die regelmäßig wiederkehrende Verwendung in Harke-Titelzeilen ist nicht geplant. Weiterhin guten Appetit beim Frühstück!

Stefan Schwiersch

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Erstellt:
12. November 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 02sec

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