Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Ein „Stolperstein“ für jedes von den Nazis ermordete Familienmitglied. Diesen Beschluss hatte Nienburgs Stadtrat in seiner Januarsitzung gefasst. Und auch zügig in die Tat umsetzen lassen. Dank des Engagements von Nienburgs Museumsleiter Dr. Eilert Ommen hat der Ideengeber der bundesweiten Aktion, der Künstler Gunter Demnig aus Köln, in Nienburgs Innenstadt die ersten neun Gedenksteine gesetzt. Allein sechs für die Familie Weinberg unweit der Nienburger Volksbank, zwei für die Familie Marcus vor der heutigen Brunnen-Apotheke in der Langen Straße und einen für Sophie Schragenheim in der Jahnstraße. Für die Initiatoren sind die Steine von hohem symbolischen Wert. „Wir holen die Namen der von den Nazis ermordeten Mitbürger in die Stadt zurück“, berichtet unter anderem Conny Kramer. „Wir müssen uns verneigen, um die Namen lesen zu können“, führt Dr. Ommen vor Augen. Wie Recht sie doch haben. Und es gibt noch etwas äußerst Erfreuliches aus Nienburg zu berichten: Als ein einziges Kunstwerk präsentieren sich der Tunnel des Nienburger Bahnhofs und die Aufgänge zu den Gleisen. Gestern sind Graffiti-Künstler Oliver Schwan und seine Mitstreiter fertig geworden. Markante Ansichten aus Nienburg zieren den Tunnel, typische Graffiti-Motive die Aufgänge. „Einfach toll“ bescheinigte am Freitagmorgen ein Passant den Sprayern. „Det is ja moderner als bei uns“, entfuhr es einer Touristen-Gruppe aus Berlin, nachdem sie in Nienburg aus dem Zug gestiegen war. Wieder andere zogen sogar Vergleiche zum Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen. Gut 10 000 Euro lässt sich die Stadt die Verwandlung des einstigen „Tunnels des Grauens“ in ein kleines Schmuckstück kosten. Weitere 10 000 Euro steuert die Neuhoff-Fricke-Stiftung bei. Richtig gut investiertes Geld, wie ich finde.

Allen einen schönen Sonntag wünscht

Edda Hagebölling

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Erstellt:
17. Juni 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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