Stefan Schwiersch DH

Stefan Schwiersch DH

Guten Tag!

Die Harke hat vor kurzem über zwei Fälle berichtet, in denen junge Fußballer sich äußerst despektierlich benommen haben. Das sorgte für viel Aufsehen und vielerorts für Zustimmung, um dem schlechten Benehmen auf und neben unseren Fußballplätzen Einhalt zu gebieten; Kicker müssen stets damit rechnen, dass drastisches Fehlverhalten von der Harke aufgegriffen und thematisiert wird; das gilt nicht nur für den Fußball. Die Berichterstattung rief jedoch stellenweise auch Kritik hervor. Sie sei plakativ gewesen und hätte den Protagonisten Schaden zugefügt, weil sie Einfluss auf ihre Privatsphäre gehabt habe. Die Berichterstattung in solchen Fällen ist oft ein Drahtseilakt. Was ist legitim? Wo liegt die Grenze? Darf ein Harke-Text so weit gehen, dass sich Angehörige nicht mehr unter Menschen trauen? Wer ist der Böse: Die Harke, die das Vergehen in möglicherweise überzogener Aufmachung thematisiert? Oder der Spieler, der den Schiri beleidigt? Beides ist verknüpft, eine Trennlinie nicht auszumachen, und die Standpunkte sind grundverschieden.

Auf jeden Fall ist durch die Berichterstattung in diesen beiden Fällen ganz offensichtlich ein sanfter Ruck durch die Fußballszene gegangen. Der bisweilen fragwürdige Umgangston in sozialen Netzwerken hat sich spürbar gebessert. Und einige wittern sogar ihre Chance. Ein junger Bursche ließ vor kurzem einen ziemlich unflätigen Satz auf Facebook los, der aber schnell als nicht sonderlich ernst gemeint zu identifizieren war. Denn hintendran schrieb er: „Ich will auch in Die Harke ;-)“ Kein Problem, mein Freund: Schieße viele Tore, sei fair zu Gegner und Schiri – dann klappt das!

Stefan Schwiersch

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Erstellt:
2. April 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 47sec

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