Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Angesichts der Tragödie in Japan nicht einfach zur Tagesordnung übergehen wollen die Kirchengemeinden im Kreis Nienburg. Sie werden heute in den Gottesdiensten der Menschen gedenken, die von einem Tag auf den anderen alles verloren haben und nicht wissen, ob sie und ihre Kinder die Katastrophe überleben werden, ohne bis zu ihrem Lebensende unter den Folgen der Strahlen leiden zu müssen. Nicht einfach weitermachen wie bisher wollen ebenfalls die Umweltverbände im Kreis Nienburg. Sie haben für morgen Abend eine Kundgebung organisiert, in der sie die Stilllegung aller Atomanlagen fordern. Die Angst vor der Atomenergie erfasst mittlerweile aber auch diejenigen, die sich bisher noch nicht allzu viele Gedanken über dieses Thema gemacht hatten. „Ich schlafe momentan ganz schlecht. Wie können unsere Politiker ausschließen, dass es nicht auch bei uns zu einem längeren Stromausfall kommt und die Atomkraftwerke genauso außer Kontrolle geraten, wie in dem hochindustrialisierten Japan“, so Anfang der Woche eine Bekannte. „Selbst beim Kindergeburtstag sind wir zusammen mit den Großeltern zu dem Ergebnis gekommen: Man kann doch nicht auf eine Technik setzen, die im Grunde gar nicht beherrschbar ist,“ erzählte sie weiter. Und weil sie nicht nur reden, sondern auch handeln will, prüft sie jetzt zusammen mit ihrem Mann, ob sich nicht das eine oder andere Dach ihres Hofes mit Solaranlagen bestücken ließe. Notfalls auch ohne Zuschuss. Von dem Gedanken billig, billig, billig haben sich längst all diejenigen gelöst, die ihrem Billigstromanbieter wieder den Rücken kehren und sich für echten Naturstrom entscheiden. In dem Bewusstsein, damit wenigstens einen kleinen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung leisten zu können, nehmen sie gerne in Kauf, etwas tiefer ins Portemonnaie greifen zu müssen. Kaum zu glauben allerdings, was gerade am Freitag ein anderer Bekannter erzählte. 600 Euro würde sein Nachbar sparen, wenn er von seinem vermeintlichen Billigstromanbieter zu den Stadtwerken wechseln würde. Im Jahr. Letztere müssen sich allerdings die Kritik gefallen lassen, einen Strommix anzubieten, der auch Atomstrom enthält.

Edda Hagebölling

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Erstellt:
20. März 2011, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 03sec

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