Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Füchse, die in schöner Regelmäßigkeit nachts die Gartenschuhe von den Terrassen stiebitzen, Rehe, die auf dem Friedhof immer nur den gelben Stiefmütterchen die Blüten abfressen – das Leben schreibt so nette Geschichten. Weniger nett finden dagegen zahllose Schülerinnen und Schüler in Stadt und Kreis, was ihnen momentan im Zentralabitur geboten wird. Von nicht wenigen Eltern und Lehrern auf die Prüfungen vorbereitet, als ginge es um Leben oder Tod, bekommen sie Prüfungsbögen vorgelegt, die so gar zu dem – ohnehin reichlich dümmlichen – Geschwätz von Deutschlands geistiger Elite und ähnlichem Blabla passen wollen. „Die Klausur sah so aus, als hätte mein Lehrer sie abends um 11 noch schnell zusammenkopiert. Schlampig gedruckt, voller Rechtschreibfehler und ohne jegliche äußere Form“, so einer der Vorwürfe der reichlich verwunderten jungen Leute. Ein weiterer Vorwurf: „Da sollen wir ein Bild von Hitler interpretieren und können nicht einmal erkennen, ob er in langen oder kurzen Hosen dort steht und ob das im Hintergrund Sonnenschein oder Schnee ist. Für die Herleitung von Schlussfolgerungen nicht gerade unwichtig. Und noch ein drittes: Eigentlich soll es immer zwei alternative Aufgabenkomplexe geben. Sollte der Schüler mit dem einen nichts anfangen können, hat er immer noch einen zweiten zur Auswahl. Doch was, wenn in dem einen Entwurf nach den „koordinativen Fähigkeiten in Bezug auf Alterssport“ und in der anderen – wie einfallsreich – „nach den koordinativen Fähigkeiten in Bezug auf Badminton“ die Rede. In wieder einer anderen Klausur ist ständig von Teichfröschen die Rede. Gefragt wird dann aber aus heiterem Himmel plötzlich nach dem Grasfrosch. Oder man soll den Flächeninhalt einer grauen Fläche berechnen. Diese muss der Schulleiter – weil in den Unterlagen des Kultusministeriums gar nicht vorhanden – nach Rückfrage in Hannover erst noch an die Tafel malen. Und all das in Situationen, in denen die Nerven von Prüflingen und Lehrern ohnehin blank liegen. Unglaublich...

Edda Hagebölling

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Erstellt:
25. April 2010, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 02sec

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