Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Von Nörglern war an dieser Stelle schon häufiger zu lesen. Sie bekommen selbst nichts auf die Reihe, verwenden aber andererseits ihre gesamte Energie darauf, denjenigen, die sich in ihrer Freizeit oder im Beruf zum Wohle anderer engagieren, das Leben schwer zu machen. Gesellschaft bekommen diese liebreizenden Zeitgenossen mittlerweile von einer weiteren Gruppe bemitleidenswerter Menschen: den Denunzianten. „Die hat es immer schon gegeben, die trauen sich jetzt nur mehr“, ist mein Kollege überzeugt, der mir beim Schreiben gestern kurz über die Schultern guckte. Wie dem auch sei: Alles hat Grenzen. Und die ist eindeutig überschritten, wenn jemand mit seiner Zeit offenbar nichts anderes anzufangen weiß, als andere anzuschwärzen. Feige und anonym. Dabei gäbe es so viel Sinnvolles zu tun. Aktuelles Beispiel: die Tiertafel Nienburg. Schon über 400 Hunde und Katzen sind dort registriert, weil Herrchen oder Frauchen finanziell in Not geraten sind und sich ihren Vierbeiner ohne die Tiertafel nicht mehr leisten könnten, ihn ins Tierheim geben müssten. Verhindert wird das von Kornelia Bente und ihren Mitstreiterinnen. Völlig freiwillig und selbstredend auch ehrenamtlich. Oder die Organisatoren der Gewerbeschau Steimbke. Die meisten von ihnen haben morgen Abend kaum einen Cent mehr in der Tasche, nehmen aber die Arbeit gerne auf sich, weil sie mit der Veranstaltung auf die Region, in der sie leben, aufmerksam machen wollen. Andererseits werden alle Querelen unwichtig vor dem Unglück, das sich am Mittwoch zugetragen hat: Ein junger Mann – offenbar unendlich beliebt – ist mit seinem Motorrad tödlich verunglückt. Sein Platz am Tisch der Familie, im Kreis der Clique, auf dem Spielfeld und im Hörsaal wird für immer leer bleiben. Ohne Vorwarnung. Nicht nur Nienburgs Handballszene ist unendlich traurig.

Edda Hagebölling

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Erstellt:
11. April 2010, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 56sec

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