Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Heute werden wir in unseren Kirchen der verstorbenen Menschen gedenken. Sie haben mit uns gelebt. Wir haben mit ihnen gelacht und geweint. Sie waren ein Teil unseres Lebens. Der Abschied war und ist schwer. Die Wunden, die der Tod gerissen hat, heilen nur langsam. Narben bleiben zurück.

Ich erinnere mich an eine „Aussegnung im Trauerhause.“ Nach der Andacht wurde der Sarg geschlossen und die Verstorbene aus dem Haus getragen. Und als das Auto mit dem Sarg vom Hof fuhr – ein Bild der Hoffnung: über dem Hoftor ein großer farbenprächtiger Regenbogen; durch ihn waren Himmel und Erde miteinander verbunden. Wir waren überwältigt und haben unser Erleben aufgenommen und gemeinsam gesungen: Durch dich (Jesus) steht das Himmelstor allen, welche glauben, offen. Du stellst uns dem Vater vor, wenn wir kindlich auf dich hoffen.

Eine andere Feier geht mir nach: am Ende der Aussegnung in der Friedhofskapelle am Tag vor der Beerdigung schlug eine Angehörige der Verstorbenen vor: „Lasst uns noch singen.“ Wir haben viele Lieder gesungen und dabei habe ich die Erfahrung gemacht: der Kloß im Hals wird kleiner und verschwindet langsam. Die Stimme wir fester und sicherer. Tränen trocknen – auch wenn Schmerz und Trauer bleiben.

Diese tröstenden Erfahrungen in der Trauer, in Schmerz und Leid lassen mich auf unsere „Kirche der Stille und der Besinnung“ heute ab 17 Uhr in unserer Kirche St. Michael hoffen. Wir laden ein, aktiv mit dem umzugehen, was eine jede, einen jeden bewegt und umtreibt an Leid, Trauer und Schmerz, an Trost, Hoffnung und neuem Lebensmut. Wir bieten: Bildkarten zum Betrachten, Trost und Segensworte zum Lesen; Kerzen können angezündet und abgestellt werden. Dazu lassen sich Gedanken aufschreiben und ablegen. Wir hören Orgelmusik und können einstimmen in die Gesänge. Wir hören besinnliche Texte und werden einbezogen, wenn ein Bild entsteht.

Wir beschließen den Abend gegen 21 Uhr, indem wir gemeinsam Brot essen als Wegzehrung für das Leben, für den Glauben. Wir bieten Tee und Kekse. Wir haben einen halbstündigen Rhythmus vorgesehen, so dass jede und jeder kommen und gehen kann, wie es ihre / seine Zeit erlaubt.

Heinrich Schulze,

Pastor in St. Michael

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Erstellt:
22. November 2009, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 08sec

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