Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Ratten, die brennend durch die Gegend irrten, Goldfische, die die Schläuche verstopften, weil ein tierliebender Zeitgenosse sie im Löschteich ausgesetzt hatte, und überall beißender Qualm. Den ganz normalen Wahnsinn eines Großeinsatzes erlebten am vergangenen Wochenende über 200 Feuerwehrleute aus Stadt und Kreis: Wieder standen auf dem Gelände eines Recycling-Unternehmens in Drakenburg Berge unsortierten Mülls in Flammen. Einsätze dieser Größenordnung sind bei der Feuerwehr im Kreis zum Glück nicht an der Tagesordnung. Eigentlich kann man sich nur an zwei weitere erinnern: den einen vor vier, fünf Jahren, als es in Estorf bei einem Recyclingunternehmen brannte, und den anderen vor zwölf Jahren: auch damals stand in Drakenburg an gleicher Stelle der Müll in Flammen. Für Außenstehende absolut beeindruckend, wie souverän die Einsatzleitung dem jüngsten, insgesamt vier Tage lang schwelenden Feuer zu Leibe rückte. „Unser großer Vorteil war, dass wir weder Menschen noch Tiere bergen mussten“, so Kreis-Feuerwehrpressewart Uwe Schiebe. Auch er hat bei diesem Einsatz dazugelernt. „Das erste Interview habe ich noch in der Brandnacht kurz nach Mitternacht quasi auf der Bettkante mit dem NDR geführt“, so der Lemker. Für diejenigen, die herausfinden müssen, wie es zu dem Feuer gekommen ist, ist der Einsatz jedoch noch nicht vorbei. Und auch nicht für diejenigen, die klären müssen, wer die Kosten für den Großeinsatz übernimmt. Von 100 000 Euro ist mittlerweile die Rede. Allein fünf Kubikmeter des Speziallöschschaums, den Hannovers Berufsfeuerwehr verwendet hat, sollen 35000 Euro kosten. Fragen, die die Menschen in Drakenburg und Umgebung nach wie vor beschäftigen. Ebenso wie die Unsicherheit darüber, ob die Qualmwolke wirklich so harmlos war, wie behauptet. Auch fordern sie, die aus der Halle geschafften Müllberge nicht länger dem Regen auszusetzen. Sie haben Sorge, dass die Brühe, die aus dem Müller herausläuft, ungehindert ins Grundwasser sickert.

Edda Hagebölling

Zum Artikel

Erstellt:
26. Juli 2009, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 58sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.