Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

In diesen Wochen feiern wir wieder Konfirmation in unseren Kirchengemeinden. Allen Unkenrufen zum Trotz, die Jugend sei unkirchlich oder die Kirche nicht am Puls der Zeit: immerhin an die 250 000 Jugendliche lassen sich deutschlandweit Jahr für Jahr konfirmieren, d. h. sie werden am Abschluss ihrer Konfirmandenzeit als erwachsene Mitglieder in unsere Gemeinden aufgenommen. Rund 35 000 davon stammen aus unserer hannoverschen Landeskirche - und rund 20 davon waren ‚meine’ KonfirmandInnen: Jugendliche auf dem schönen und doch auch schwierigen Weg ins Erwachsenenleben.

Mal noch mehr Kind, und dann doch auch schon recht erwachsen, je nach Tagesform. Mal absolut widerborstig und dann doch auch wieder ganz normal. Mal abgespannt vom langen Schultag und dann doch auch wieder nah und engagiert dran an diesem oder jenem Thema, eben weil es interessiert.

Doch was bleibt, wenn das Fest vorbei ist, bei uns und überall? Das ist natürlich stets die Kernfrage, sowohl unter uns PastorInnen als auch in den Kirchengemeinden, wo die vertrauten Gesichter auf den ersten Bankreihen in unseren Kirchen nun erst einmal unbesetzt bleiben, bis nach den Sommerferien ein neuer Jahrgang an die Stelle des alten tritt.

In unserer ‚Montagsandacht’ am Tag danach, wo wir den Ausklang des Festes begehen, die Kränze vom Kirchenportal abgenommen werden und anschließend ein Restebuffet bereit steht, stelle ich mir wie anderen stets diese Frage. Was bleibt von der gemeinsamen Zeit, von Unterricht, Gottesdiensten, Freizeiten? Die Frage wird ganz sicher jede, jeder auch nur individuell beantworten können. Ich bin aber gewiss, dass die Quersumme für jede und jeden positiv sein wird. Denke ich an meine eigene Konfer-Zeit zurück, bleibt vor allem die Erinnerung an Pastoren, die sich Zeit für uns nahmen, deren Freizeiten mit uns frei waren von Leistungsdruck, wo man als Mensch ernst genommen und angenommen wurde.

Es bleibt die Erinnerung an den ersten Anzug und einen Tag, bei dem man mehr oder weniger gewollt im Mittelpunkt stand. Es bleibt aber auch die Erinnerung daran, dass über Werte gesprochen wurde, über Inhalte des Glaubens, über die Sinnfrage, die für jedes gelingende Menschenleben entscheidend ist und bleibt.

Konfirmandenunterricht wie Konfirmation bleiben Herausforderungen, natürlich. Ich allerdings wünschte mir, dass hinsichtlich der Bildungsdebatte nicht nur von der Schule (nahezu) alles erwartet wird. Unseren Beitrag zum Bildungsauftrag wollen wir als Kirche gerne erbringen, denn es geht bei der Arbeit mit Jugendlichen um nicht mehr und nicht weniger als die Zukunft unseres Landes, unserer Gesellschaft.

Ihr Andreas Dreyer,

Pastor in Landesbergen

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Erstellt:
10. Mai 2009, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 18sec

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