Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Guten Tag

Seit 1985 gibt es das Nienburger Frauenhaus. Ein ruhig, aber zentral gelegener Altbau mit großem Garten. Jahr für Jahr ist er Anlaufstation für etwa 50 Frauen und deren Kinder, die vor ihrem gewalttätigen Partner flüchten. Die Hälfte der Frauen schafft den Absprung in ein neues Leben, die andere Hälfte kehrt wieder ins alte zurück. Dass die Mitarbeiterinnen viel Trauriges erleben, lässt sich denken. Besonders, wenn Kinder im Spiel sind. Sie erleben aber glücklicherweise auch Erfreuliches. Wenn sie zum Beispiel eine Frau farbenfroh gekleidet und erhobenen Hauptes auf der Straße wiedertreffen, die einmal als graue Maus völlig eingeschüchtert zu ihnen kam, oder wenn sie beobachten, wie sich völlig verängstigte Kinder in fröhliche kleine Racker verwandeln. Allerdings sind die Frauenhaus-Mitarbeiterinnen auch enttäuscht. Sie würden sich von den Gerichten und Jugendämtern ein wenig mehr Sensibilität im Umgang mit den Frauen und Kindern wünschen, die es geschafft haben, sich von einem Tyrannen zu trennen, der jahrelang hinter der geschlossenen Wohnungstür Angst und Schrecken verbreitet hat. Da er es natürlich nicht auf sich sitzen lassen kann, von Frau und Kindern verlassen zu werden, setzt er alles daran, sich für diese Schmach zu rächen. Die Kinder, die in ständiger Angst vor ihm leben mussten, liebt er plötzlich so sehr, dass er umgehend die Besuchs- oder sogar Sorgerechtsfrage geklärt haben muss. „Warum kann das Jugendamt die Frauen nicht erst einmal in Ruhe lassen? Warum spielt vor lauter Bemühen um das Kindeswohl gar keine Rolle, was Mutter und Kind noch vor nicht allzu langer Zeit erdulden mussten? Das sind zwei Fragen, auf die die Frauenhaus-Mitarbeiterinnen gerne einmal eine plausible Antwort hätten.

Einigermaßen sprachlos ist auch HamS-Leser Rainer Thiemann. Mit Geschäftspartnern häufig in dem einen oder anderen Nienburger Cafe anzutreffen – und mit rauchenden Geschäftspartnern gerne auch in den eigens eingerichteten Raucher-Räumen – beobachtet er zunehmend, was ihm fast den Kragen platzen lässt: Junge Eltern, die fröhlich vor sich hinqualmen. Zwischen sich auf dem Tisch: Der Säugling in seiner Sitzschale...

Einen schönen Sonntag wünscht

Edda Hagebölling

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Erstellt:
1. Februar 2009, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 05sec

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