Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Guten Tag

Endlich erklang das Lied. Vater und Muter stimmten es gemeinsam an: „Ihr Kinderlein kommet…“ Die Tür zur Weihnachtsstube wurde geöffnet. Uns Kindern strahlten die Kerzen am Weihnachtsbaum entgegen. Endlich! Die Familie war versammelt. Der Heilig Abend wurde gefeiert: Weihnachtslieder wurden gesungen, Gedichte aufgesagt, Geschichten vorgelesen, Geschenke ausgepackt.

Weihnachten – Fest der Familie.

So war es: Das Kind wurde geboren; in einem Stall kam es zur Welt. Eine Futterkrippe war sein Himmelbett. Die kleine Familie war komplett. Und ganz überraschend kamen Gäste: Hirten vom Felde nebenan wollten ihren Heiland sehen, so hatte es ihnen ein Bote verkündigt. Weise Sterndeuter aus fernen Ländern kamen, den neuen König, einen Friedenskönig, anzubeten; sie brachten ihm Geschenke mit.

Weihnachten – Fest der weltweiten “Groß-Familie“ Gottes.

“Wissen Sie, Herr Pastor, Heiligabend, da habe ich richtig Angst vor,“ erzählt mir die alte Dame bei einem Besuch. “Meine Bekannten sind Weihnachten bei ihren Kindern. Meine Tochter lebt in England. Ich bin allein. Vor allem der Heiligabend ist schwer: die guten Erinnerungen an vergangene Zeiten mit fröhlichen Feiern im Familienkreis. Und nun sitze ich allein in meiner Stube. Das macht mich wehmütig.“

“Kommen Sie doch zu uns in die Weihnachtsstube St. Michael“, lade ich sie ein. „Es wird eine Feier in familiärer Atmosphäre mit zahlreichen netten Menschen, denen es so geht wie ihnen.“

Gern feiern wir den Geburtstag des Christkindes im Kreis der Familie oder zusammen mit anderen Menschen. Darum öffnet die Gemeinde St. Michael im Nienburger Nordertor in diesem Jahr wieder ihre Weihnachtsstube: allein stehende Menschen und Paare, die am Heiligen Abend nicht mit Kindern oder Verwandten feiern können, sind herzlich eingeladen. Es gibt zu essen und zu trinken; es wird erzählt, vorgelesen, gesungen und gelacht. Und zwischendurch ist Gelegenheit, eine Christvesper in der Kirche zu besuchen.

Den familiären Charakter der „Groß-Familie“ Gottes strahlen auch die Gottesdienste am Heiligen Abend aus:

• in den Christvespern am frühen Nachmittag wird meist die Geschichte von der Geburt des Christkindes von Kindern aufgeführt.

• am späteren Nachmittag geht es in den Christvespern ruhiger und besinnlicher zu.

• die Christmetten in der Nacht werden häufig liturgisch ausgestaltet.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Festtage; mögen Sie fröhlich feiern können, zusammen mit anderen Menschen.

Ihr Heinrich Schulze,

Pastor in St. Michael

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Erstellt:
14. Dezember 2008, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 11sec

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