Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Es kann niemanden verwundern, dass die Unsicherheit im weltweiten Finanzmarkt auch bei den Unternehmen vor Ort eine hohe Verunsicherung mit sich bringt. Andererseits haben wir im Landkreis Nienburg ein sehr gutes Beschäftigungs- und damit Kaufkraftniveau. Aus vielen Gesprächen ist zu entnehmen, dass eigentlich jeder einfach wissen will „ob es das nun war“ oder noch einige Überraschungen auf uns warten. Die Lebensweisheit, dass Vorsicht der Unsicherheit folgt, sieht man dadurch bestätigt, dass die Sparquote in Deutschland steigt. Entscheidungen über Erweiterungsinvestitionen, wie zusätzliche Maschinen und Lkw, werden erst mal zurückgestellt. Notwendige Investitionen, zur Aufrechterhaltung des Produktionsprozesses werden aber zweifellos getätigt. Das private Auto, das eigentlich ersetzt werden sollte, wird vielleicht ein Jahr später gekauft, das Auto für den Außendienstler, der die Aufträge hereinholt, wird jedoch weiterhin angeschafft. Dass die Betriebe im Landkreis Nienburg hierauf nur reagieren können, ist klar. Aber auch in schlechten Zeiten heißt es „Global denken, lokal handeln“. Unsere Wirtschaft bewegt sich am Markt und hat auch dort ihre Erfolge, weil sie, wie in den letzten Jahren gezeigt, flexibel und dynamisch ist. Sie wartet nicht ab, sie reagiert nicht nur, sie agiert. Die bisher vollen Auftragsbücher haben bis jetzt in vielen Betrieben für eine gute Auslastung gesorgt. Insbesondere im Mittelstand wurde dies auch dazu genutzt, die Eigenkapitalsituation zu verbessern und die Abhängigkeit von Bankkrediten zu verringern. Vor diesem Hintergrund haben wir es zurzeit auch (noch?) nicht mit einer ausgeprägten Kreditklemme zu tun. Nachfolgeaufträge zu bekommen, ist jedoch schwieriger geworden. Ohne Auswirkungen wird dies auch in unserem Landkreis nicht bleiben. Inwiefern die Beschäftigung davon betroffen ist, ist eine Frage, die nicht nur negativ behaftet sein muss. Viele Betriebe haben schon heute Schwierigkeiten, ausreichend qualifiziertes Personal und Auszubildende zu bekommen. Mit guten Mitarbeitern ist jedoch durchaus eine vorübergehende Durststrecke zu bewältigen.

Jetzt angsterfüllt eine Schuld- und Neiddiskussion zu führen, bringt uns jedenfalls nicht weiter. Sie beseitigt die Unsicherheit nicht, sondern behindert die Entwicklung konstruktiver Zukunftsperspektiven.

Leonard Bebing

(Anmerkung der Redaktion: Die HamS hatte den Geschäftsführer der IHK Nienburg gebeten, seine Gedanken zur Auswirkung der Finanzkrise auf den Landkreis festzuhalten.)

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Erstellt:
2. November 2008, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 07sec

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