Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

35 Frauen und Männer stehen zurzeit in den Diensten des Hospizvereins Nienburg. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Sterbende zu begleiten. Ehrenamtlich und aus freien Stücken. Jeder, der einen nahen Angehörigen nach langer Krankheit verloren hat, kann ungefähr einordnen, was diese Menschen auf sich nehmen. Doch längst nicht jeder Angehörige mag die Dienste der Hospizhelfer in Anspruch nahmen. Bescheinigt er dem Schwerkranken doch damit auch offiziell, dass es kaum noch Hoffnung gibt. In jedem Fall beantragen eher Frauen die Unterstützung der Sterbebegleiter. Männer tun sich offenbar schwerer damit, um Hilfe zu bitten. Aber auch den Patienten fällt es nicht immer leicht, sich in der letzten Phase ihres Lebens noch einmal auf eine fremde Person einzulassen. Die Hospizhelfer um Ursula Derichs wissen: Wer als gesunder Mensch eher misstrauisch und verschlossen war, wird diese Eigenart auch im Alter eher nicht ablegen. Dabei sind die Sterbebegleiter auch darauf eingestellt, dass die Chemie zwischen ihnen und dem Patienten nicht stimmt. Jeder wird so begleitet, wie er es möchte, lautet die Vorgabe der Hospizhelfer. Schön, wenn die Begleitung darin besteht, dem Sterbenden vorzulesen oder mit ihm spazieren zu gehen, weniger schön dagegen, wenn der Patient sich mit all seiner Kraft gegen den Tod wehrt. Jeder stirbt anders. Wer ein wenig nachdenkt, wird feststellen, wieviel Aussagekraft in diesem Satz steckt. Nicht ohne Grund sind die Sterbebegleiter verpflichtet, regelmäßig an Supervisionen teilzunehmen. Trotzdem möchten sie anderen, in der Regel völlig fremden Menschen die Angst vor dem Sterben nehmen. Respekt.

Respekt aber auch vor all denen, die sich gerade dieser Tage wieder in den Dienst der guten Sache stellen und Kinderfeste, Flohmärkte, Sport-Events oder ähnliches organisieren und anderen damit viel Spaß bereiten.

Allen Leserinnen und Lesern ein schönen Sonntag.

Edda Hagebölling

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Erstellt:
21. September 2008, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 57sec

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