Edda Hagebölling DH

Edda Hagebölling DH

Guten Tag

Aufatmen in Stadt und Kreis Nienburg: Endlich Ferien. Erst einmal wieder vorbei die Zeit, in der morgens um sechs der Wecker klingelt, noch im Halbschlaf das Brot für die lieben Kleinen – das am Nachmittag dann doch wieder im Hundenapf landet – geschmiert wird und der Nachwuchs dezent daran erinnert werden muss, dass der Bus auch an diesem Morgen höchstwahrscheinlich nicht wartet. Die ersten Stadt- und Kreis-Nienburger haben sich bereits auf den Weg gemacht. Ob Kroatien, Mallorca, Usedom oder Sylt – überall wird gleich zu Beginn der Ferien die Chance genutzt, endlich mal wieder einfach so in den Tag hineinleben zu können. Reichlich Programm haben dagegen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Feuerwehrzeltlagers in Rodewald. Fast 1300 Jugendliche aus dem gesamten Landkreis werden dort zehn Tage lang von zahlreichen ehrenamtlichen Kräften vorbildlich betreut. Eltern, die ihren Nachwuchs am Freitag brav an einem der Feuerwehrhäuser im Kreis abgeliefert haben, wissen längst, dass sie ihre lieben Kleinen besser nicht vor die Alternative Urlaub mit der Familie oder Feuerwehrzeltlager stellen sollten. Sie zögen garantiert den Kürzeren. Dass es andererseits immer mehr Menschen gibt, für die sich diese Frage ohnehin nicht mehr stellt, registrieren in diesem Sommer die Organisatoren der zahlreichen Ferienprogramme im Kreis. Ihre Angebote sind in diesem Jahr gefragt wie noch nie. Eigentlich auch kein Wunder. Familien, denen vor der nächsten Strom- oder Gasrechnung bereits regelrecht graut, haben wahrlich andere Sorgen. Beruhigend aber andererseits, zu sehen, dass die lieben Kleinen auch gar nichts Spektakuläres erwarten. Die Fahrt ins Maislabyrinth und der Tag auf dem Bauernhof sind beispielsweise in Heemsen und Rohrsen der Clou. Vergessen sind im sorglosen Miteinander dann hoffentlich auch wieder die Erlebnisse, die Kinder und Eltern einfach nur noch traurig werden lassen: Lehrer, die den ihnen anvertrauten Schülern „die Intelligenz eines Baumes“ bescheinigen, einem Mädchen in der Pubertät „ganz schön viel Holz vor der Hütt’n“ bescheinigen oder immer wieder das Kind vorführen, das ohnehin schon zu den Stillsten in der Klasse gehört. Sicherlich Ausnahmen, aber ausnahmslos Fälle, von denen allein in den zurückliegenden zwei Wochen berichtet wurde. Natürlich gibt es auch genügend Pädagogen, die sich nicht nur so bezeichnen, sondern sich auch so verhalten.

Allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sonntag und erholsame Sommerferien.

Edda Hagebölling

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Erstellt:
13. Juli 2008, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

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