Edda Hagebölling DH

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Guten Tag

Seit gestern steht ganz Europa Kopf: Die Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz hat begonnen. Die Erwartungen an die deutsche Nationalmanschaft sind hoch: Der Titelgewinn muss her. Bereits zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 rückten die Menschen in Deutschland enger zusammen. Es war die Rede von einem „Sommermärchen“ - und Platz drei der „Klinsmänner“ war nur Statistik - die National-Elf war Siegerin der Herzen. Insbesondere eine Erscheinung breitete sich vor zwei Jahren aus: Das sogenannte Public Viewing. Übersetzt heißt das „öffentliches Sehen oder Anschauen“. Gemeint ist damit das gemeinschaftliche Betrachten von Live-Übertagungen mittels einer Großbildleinwand, vor allen Dingen bei sportlichen Großveranstaltungen - und das mit vielen Menschen. 2006 verwandelte sich der Nienburger Schloßplatz in eine riesige Public-Viewing-Arena. Tausende von Menschen verfolgen die Fußball-WM. Sie jubelten gemeinsam, sie litten gemeinsam und feierten gemeinsam. Dass die Identifikation mit einer Fußballmannschaft die Gemeinschaft unterschiedlichster Schichten und sozialer Hintergründe so extrem prägen kann, ist bemerkenswert. Sigmund Freud zitiert in seinem Buch „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ (1921) den Arzt und Wissenschaftler Gustave Le Bon mit folgenden Worten: „An einer psychologischen Masse ist das Sonderbarste dies: welcher Art auch die sie zusammensetzenden Individuen sein mögen, wie ähnlich oder unähnlich ihre Lebensweise, Beschäftigung, ihr Charakter oder ihre Intelligenz ist, durch den bloßen Umstand ihrer Umformung zur Masse besitzen sie eine Kollektivseele (...). Es gibt Ideen und Gefühle, die nur bei den zu Massen verbundenen Individuen auftreten oder sich in Handlungen umsetzen.“ Soviel zur Psychologie der Massen. Auch in Nienburg findet anlässlich der Fußball-Europameisterschaft wieder Public Viewing statt. Heute ab 16 Uhr geht es los, auf dem Theaterparkplatz (siehe nebenstehender Artikel).

Einen angenehmen und „fußballverrückten“ Sonntag wünscht

Michael Duensing

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Erstellt:
8. Juni 2008, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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